Druckschrift 
8 (1839)
Entstehung
Seite
18
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18 Antiquarischer Briefe siebender.

Aber eben der Artist, welcher mir das Schone zu bildenwählen sollte, muß alles bilden können. Wen verleitet seinKönnen, nicht öfters über sein Sollen hinaus? Zudem arbeitetder Artist meistens für andere, von denen er nicht fodcrn kann,daß sie seiner Geschicklichkcit sich nur zur höchsten Bestimmungder Kunst bedienen sollen, so lange es noch mehr Dinge giebt,zu welchen sie ihnen gleichfalls nützlich seyn kann. Und folglich?Folglich ist es moralisch unmöglich, daß es keinem Menschenvor Alters sollte eingefallen seyn, eine Furie zu bilden, odersich bilden zu lassen. ES hat vielen einfallen können: und istvielen eingefallen.

Leugne ich dieses, wenn ich jenes behaupte? Nur der An-tiquar, der nichts als Antiquar ist, dem es an jedem Funkenvon Philosophie fehlet, kann mich so verstehen.

Zch that alles, was ich thun konnte, diesem Mißverständnissevorzubauen. Zch schlug vor, den Namen der Kunstwerke nicht al-len Antiken ohne Unterschied zu geben, sondern nur denen, in wel-chen sich der Künstler wirklich als Künstler zeigen können, beywelchen die Schönheit seine erste und letzte Absicht gewesen.Machtman, schrieb ich, (°) keinen solchen Unterschied, so werden der Ken-ner und der Antiquar beständig mit einander im Streit liegen, weilsie einander nicht verstehen. Wenn jener, nach seiner Einsichtin die Bestimmung der Kunst, behauptet, daß dieses oder jenesder alte Künstler nie gemacht habe, nehmlich als Künstler nicht,freywillig nicht: so wird dieser es dahin ausdehnen, daß es auchweder die Religion, noch sonst eine ausser dem Gebiete der Kunstliegende Ursache, von dem Künstler habe machen lassen, vondem Künstler als Handarbeiter. Er wird also mit der ersten mitder besten Figur den Kenner widerlegen zu können glauben" u. s. w.

Das ist keine itzt ersonnene Ausflucht, da ich mich in dieEnge getrieben sehe: das schrieb ich schon damals, als mir nochniemand widersprach; das schrieb ich, um allen citcln, das rechteZiel verfehlenden Widersprüchen vorzukommen: aber was kümmertdas Herr Klotze», und seines gleichen? Er thut dennoch geradedas, was ich verbeten; um zu zcigcu, daß er ei» Paar armsc-;!UMK-^n,öwj, j,j ü?!,»,A »nnk ,6,ilö in« Mtzü:

(°) Laotoon S. 105, l Band VI, S, 436.)