Druckschrift 
8 (1839)
Entstehung
Seite
22
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Antiquarischer Briefe achter.

Figuren gerade mehr zur Bildersprache gehören, als eben die,welche der Anbetung öffentlich aufgestellet waren ?

Nicht genug, daß ich, in einem eigenen Abschnitte meinesLaokoon, ausdrücklich hierauf dringe; ich gedenke sogar insbe-sondere der Statuen, welche die Furien in ihren Tempeln nichtanders als gehabt haben könnten; ich führe namentlich die indem Tempel zu Cerynea an. Aber auch diese, statt aller: dennwas hätte es helfen können, wenn ich einen Tempel nach demandern durchgegangen wäre? Was ich von den Statuen deseinen sagte, hätte ich von den Statuen aller sagen müssen.

Und also, dächte ich, wäre dem Einwürfe des Herrn Ricdclgenugsam begegnet, wenn ich ihm antwortete: die Furien, dieSie mir entgegen setzen, gehören zu den Kunstwerken nicht, vonwelchen ich rede; es sind Werke wie sie die Religion befohlenhatte, die bey den sinnlichen Vorstellungen, welche sie der Kunstaufgicbt, mehr auf das Bedeutende, als auf das Schöne zusehen Pflegt.

Doch ich habe noch etwas wichtigeres zu erwiedern. DieFurien vom Scopas und Calos, (") die Zunius Herr Ricdelnbey dem Clemens Alerandrinus nachwies, sind unstreitig die,welche in ihrem Tempel zu Athen standen, und von welchenPausanias ausdrücklich versichert, daß sie durchaus nichtsSchreckliches, ^ofi^oi', an sich gehabt. Nun sage mir

Herr Ricdcl, ob Furien, welche nichts von Furien an sich ha-ben, solche Furien sind, deren Abbildung ich auf die alten Ar-tisten nicht will kommen lassen? Ich schreibe im Laokoon:Wuth und Verzweiflung schändeten keines von ihren Werken;ich darf behaupten, daß sie nie eine Furie gebildet haben."Aus der unmittelbaren Verbindung dieser zwey Sätze, ist es jawohl klar, was für Furien ich meine; Furien, die in jedem

(°) Bey Herr Riedeln heißt er Calas. Ein unstreitiger Druckfchlcr; sowie i» der Citalion des Clemens i>. 47 anstatt 41. (Aber wenn Herr Klotz,nicht blos an einem Orte, nicht blos in einem nnd eben demselben Buche, im-mer nndewig Zcurcs schreibt: so scheint es wohl etwas mehr als ein Dnick-fchlcr zn seyn, und er kann es nicht übcl nehmen, wenn man ihn bey-läufig erinnert, daß dieser Mahler nicht Zcurcs, sondern Zcuris gchcisscn,)

(") Lid. I. csn. S8. v. «8. LclU. Kuli.