Antiquarischer Briefe achter.
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„Athm gebildet. Man kann den Beweis im Clemens Alcxan-„drinus selbst nachlesen."
Ich wundere mich nicht, daß Herr Riedcln die kleine Ent-deckung, wie er sie selbst nennt, so glücklich geschienen, daß ergeglaubt, seinen Beyfall zurück nehmen zu müssen. Aber ichwerde mich wundern, wenn er das, was ich dagegen zu sagenhabe, nicht auch ein wenig glücklich findet.
Vorläufig muß ich ihn versichern, daß ich nicht durch denZunius verführt worden. Denn ich erinnere mich überhauptnicht, den Zunius der Furien wegen nachgeschlagen zu haben.Nicht weil, in dieses Schriftstellers Verzeichnisse der alten Kunst-werke, unter dem Titel Furien keiner Furien gedacht wird;sondern weil ich die schon erwähnte Bemerkung der Mytholo-gisten, namentlich des Bannicr, (") im Kopfe hatte, daß sichgegenwärtig keine alte Abbildungen von diesen Göttinnen fän-den: kam ich auf den Gedanken, daß vielleicht die alten Arti-sten dergleichen nie gemacht, und ward in diesem Gedankendurch die Beyspiele selbst bestärket, die bey dem ersten Anblickedagegen zu seyn scheinen.
Hätte ich den Zunius nachgeschlagen, so hätte mir sehrleicht begegnen können, was Hr. Niedel vermuthet: sehr leichtaber auch nicht; denn daß die Furien mehr als einen Namenhaben, ist ja so gar unbekannt nicht. Und gesetzt, es wäremir nicht begegnet; gesetzt, ich wäre auf die Furien gestoßen,die Herr Ricdcl darinn gefunden: was mehr? Würde ich meineMeinung eben so geschwind zurückgenommen haben, als er sei-nen Beyfall? Gewiß nicht.
Der ganze Zusammenhang beym Clemens. Alcxandrinus zeigtes, daß er von Statuen redet, die der Verehrung gewidmet wa-ren, und in ihren Tempeln standen. Da nun Herr Ricdcl ge-gen meine Ausnahme aller mehr zur Bildersprache, als zurKu»st, gehörigen Figuren, nichts zu erinnern hatte; da er selbsturtheilte, daß eben wegen dieser Ausnahme, die vom HerrnKlotz gegen mich angeführten Beyspiele in keine Betrachtungkämen: wie konnte cs Hr. Riedcln nicht einfallen, daß keine
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SIvmvil'vL l>o I'^cstl. livs Iillcr. 1'. V, p. 43.