Druckschrift 
8 (1839)
Entstehung
Seite
20
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Antiquarischer Briefe achter.

die Einschränkungen, die ich ihr selbst gesetzt, zu Widerlegungenmachen zu wollen.

Aber Herr Riedel, wie Herr Klotz sagt, (*) soll bereitsdiese meine Meinung mit guten Gründen widerlegt haben.

Ich habe Herr Ricdcln aus seinem Buche als einen jungenMann kennen lernen, der einen trefflichen Denker verspricht;verspricht, indem er sich in vielen Stücken bereits als einensolchen zeigt. Ich traue ihm zu, daß er in den folgenden Thei-len ganz Wort halten wird, wo er auf Materien stoßen muß,in welchen er weniger vorgearbeitet findet.

Doch hier habe ich ihn nicht zu loben, sondern auf seineWiderlegung zu merken.

Er gedenkt meiner Assertion von den Furien an zwey Orten.An dem erstem giebt er ihr völligen Beyfall. Er nimtsich sogar ihrer gegen den Herrn Klotz selbst an, indem er hin-zusetzt:Herr Klotz hat zwar unter den alten Denkmälern derKunst Furien gefunden. Allein Herr Lcssing hat schondiejenigen Figuren ausgenommen, die mehr zur Bildersprache,als zur Kunst gehören, und von dieser Art scheinen die Bey-spiele des Herrn Klotz zu seyn."

Diese Stelle fuhrt Herr Klotz sehr weislich nicht an. Erdurfte sie vielleicht auch nicht anfuhren, wenn es wahr ist, daßHerr Riedel an der zweyten völlig anderes Sinnes geworden.

Sie lautet so: (5)Herr Lcssing behauptet, daß die altenKünstler keine Furien gebildet, welches ich selbst oben zugege-ben habe. Ztzt muß ich ihm, nachdem ich eine kleine Ent-deckung gemacht habe, widersprechen, aber aus einem andernGrunde, als Herr Klotz. Es ist hier dem Hrn. Lessing ebendas begegnet, was er vom Hrn. Winkclmann sagt; er ist durchden Zunius verführt worden. Vermuthlich hat er, in demRegister der alten Kunstwerke, unter dem Titel Furien gc-sucht und nichts gefunden. Ich schlage nach, üumomäos;und finde, daß Scopas deren zwey und Calos die dritte zu

t°) S. 242.

(°°) Theorie der schönen Künste nnd Wissenschaften S. 46.c°°) S. ä,ola liller. Vol. III, p, S8S.(5) S. 136,