AiiIi.Minschcr Briefe zwölfter.
Wie kömmt es, da Hr. Klotz sonst sich die Einsichten desH». Lippcrt so frey zu Nutze gemacht, daß er es nicht auch indiesem Punkle gethan? Hr. Lippcrt sagt nichts mehr, als wasalle Künstler sagen. Er nicht allein, sie alle lachen, wennihnen der Gelehrte in den alten Kunstwerken Pcrspcktiv zeigenwill. Aber Hr. Klotz hatte bereits seinen Entschluß genommen ;seine Ehre war einmal verpfändet; er halt bey der Stange.Der Künstler, denkt er, sind so wenige; laß sie lachen? Siekönnen dich doch nicht um dein Anschn lachen, das sich ansden Beyfall ganz anderer Leute gründet! —
Und hat er nicht seinen Caylus zum Rückcnhaltcr! Auchnoch Einen solchen Mann möchte er sich gern dazu ausspare».Aber ich fürchte, daß ihn dieser im Stiche läßt: denn dieserfand in der Folge das Perspektivische in den Hcrkulanischc»Gemählden nicht, welches er sich damals darinn zu finden ver-sprach, als er nicht so gar unvcrhörtcr Sache die Alten dcsfallsverdammt wissen wollte. (°)
Daß solches auch mehr geschehen zu seyn schien, als wirklichgeschehen war, zeigt sich nunmehr in den Nachrichten vonKünstlern und Kunstsachen, deren Verfasser gewißnicht proletarische Kenntnißc von beiden besitzt. Ich hätte da-her gern den Hn. Klotz an diesen Schriftsteller verwiesen. Aberseine Deutsche Bibliothek ist mir zuvor gekommen,und hat diesen Schriftsteller bereits an Hr. Klotzen verwiesen.Diesen Schriftsteller an Hr. Klotzen! Nun das ist wahr: dieDeutsche Bibliothek versteht sich darauf, welcher Gelehrte vondem andern noch etwas lernen könnte. Welch ein unwissenderMann ist dieser Schriftsteller, der uns auf einen Daniel Bar-bar», auf einen Lomazzo, auf einen Fonscca, ja gar auf denpedantischen Commcntator eines wundcrllchcn Poeten, wegender Pcrspcktiv der Altcn vcrwcisct, und gerade die beidenHauptabhandlungen des Sallicr und Caylus, in den grundge-lehrten Werken dcr französischen. Akademie der Znnschriftcn,
(°) Bibl. dcr sch. Wisscnsch. und dcr fr. K. B. VI. Stuck 2. S- 676.verglicht» mit S. 183. dcr Bctrachtung nbcr die Mahlerey.(°°) S. 183.
(°°°) Fünftes Stück S. 132.