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Antiquarischer Briefe dreyzchmer.
aus welchen Hr. Klotz seine Weisheit, wie aus der Quelle,geschöpft, gar nicht zu kennen scheinet!
Freylich ist das arg: aber doch, dachte ich, stellt sich dieDeutsche Bibliothek diesen Schriftsteller ein wenig gar zu un-wissend vor. Weil er in das Verzeichnis; der Kupferstiche nachdem Michel Angclo, auch ein Blatt von dem so genanntenPctschaftringe dieses Meisters bringt: so möchte sie lieber garargwohnen, „er habe geglaubt, Michel Angclo sey der Vcrscr-„tigcr davon gewesen." Nein, das kann er wohl nicht gcglaubcthaben; denn drey Zeilen darauf führt er den Titel einer Schriftan, wo dieser Pctschastring ausdrücklich unv Coinnlino-mli^n«?,nommve lo e-lckot clo MelivIanA«?, heißt. Und so viel Französischmag er doch wohl verstehen!
Dreizehnter Brief.
Warum sollte der Liebhaber die Abbildung eines alten ge-schnittenen Steines, den Michel Angclo so werth hielt, der mitunter die Antiken gehöret, nach welchen Michel Angclo studierte,aus welchem Michel Angclo sogar Figuren entlehnte, nicht ineben das Portefeuille mit legen dürfen, in welchem er die Kupfernach diesem Meister aufhebt? Sind doch die Kupfer der ganzenersten Classe, welche die Bildnisse desselben vorstellen, eben sowenig Kupfer nach Gemählden von ihm. Genug, daß sie eineso genaue Beziehung auf ihn haben.
Das fühlt jeder: nur ein Kritikaster wie F. will es nichtfühlen. Denn hier, oder nirgends, kann er einen BrockenWeisheit wieder auskramen, den er sich selbst erst gestern oderehegcstcrn cinbettelte. „Wie kömmt, fragt er, unter dasVerzeichnis; der Arbeiten dieses Künstlers das be-rühmte Cavliot äo NickolaiiFv?" Hat der Schriftsteller,den er zu Hofmeistern denkt, ein Verzeichnis; der Arbeiten die-ses Künstlers liefern wollen? Ich denke, blos ein Verzeichnis;der Kupferstiche von verschiedncn Arbeiten desselben: und esfehlt viel, daß sie alle gestochen seyn sollten. Der Verfas-ser, fährt er fort, wird doch nicht geglaubt haben,daß er der Verfertiger desselben gewesen. Nun ja;ein Mann, der das Leben dieses Künstlers aus dem Condivi