Druckschrift 
8 (1839)
Entstehung
Seite
70
Einzelbild herunterladen
 

7,'

Antiquarischer Briefe drey und zwanzigster.

chcr den Sokrates überlebte. Man kann annehmen, daß ergegen die neunzigste Olympiade geblühet. Ohngcfehr in ebendiese Zeit muß die Komödie des Eupolis fallen, aus welcherAelian sein obiges Zeugniß von der Verschwendung der Cyrc-näcr entlehnte. Denn wir wisse» aus dem Quintilian , daßEupolis unter seinem Maritas den Hyperbolus verstanden habe,

Doch ich will hier nicht von dem Haße des Antisthcncs gegen die Musik, auchnicht von dcr Möglichkeit odcr Unmöglichkeit reden, durch unabläßige Uebungeine nichtewürdige Gcschicklichkeit auf den höchsten Grad ihrer Vollkommen-heit zu bringen, und dabey dennoch ein guter rechtschaffener Mann zu seyn:ich betrachte itzt nur das Urtheil des Antisthenes, als einen Beweis, daß Js-menias ein Zcitverwandtcr dieses Philosophen gewesen. Nun hatte Antisthc-ncs selbst schon Schüler, als er sich zum Sokrates in die Schule begab, undkann diesen nicht viel überlebt haben. Folglich kann auch Jsmcnias, welcherbey Lebzeiten des Antisthenes schon ein vollkommner Meister war, nicht vielälter geworden seyn als dieser. Sokrates starb gegen den Anfang dcr 95Olympias; man lasse den Antisthenes zwanzig Zahre länger als den Sokrates,und den Jsmcnias zwaiizig Jahre länger als den Antisthcncs gelebt haben;so ist Jsmcnias doch in dcr 1o3tcn Olympias schon todt gewesen. Gleich-wohl lese» wir bey dem Mitarch (^.-w^A-. L«<5. x«-, LMt. «enr.siuvii. in 8, p. 304.) unter den denkwürdigen Sprüchcn des Athcas folgen-des: I<?^^,-iccv, rov «tzi^ov «^iX^-r^v, «öx/^«^l»!rov, cxc>--^>crkvco-ll^o'c». ^«-v/^«^o^!>!V <Zx roiv «^wv, «"uro? ll^ocrcv ^öivv »xon-^v

ro^> ^-c^o-u Xtzk^-^o^ros.Athcas, oder wie ihn Plutarch schrcibt, Atcas,habc dcn berühmten Flötenspieler Jsmcnias gcfangcn bekonimcn, und ihn vorsich blasen lassen. Als ihn nun die andern schr bcwundcrt, habe Athcas ge-schworen, das Wichcrn cincs Pferdes sey ihm weit angenehmer." Dieser Athcaswar der König dcr Scythen, mit welchen Philippus König von MaccdonicnKrieg führte; und dieser Krieg fällt in die tlo Olympiade. Wie ist es wahr-scheinlich, das; dieser Jsmcnias nnscr Jsmcnias gewesen sey? Wenn er auchdamals noch leben können, so wird cin Mann von scincm Alter doch nichtmehr in dcn Kricg gezogen seyn. Er lebte nnd lehrte zn Athen : wie wäreer nnter das Hcer des Königs von Maccdonicn gckommcn ? Hier ist nicht diegeringste Wahrscheinlichkeit, nnd dcr Flötenspieler, welchen Athcas gefangenbckam, muß entweder cin ganz andrer Jsmcnias gewesen seyn; odcr dicscrName ist selbst bey dem Plutarch verschrieben. Ich glaube das letztere. Dcn»obschon Pliilarcl) das nchmlichc Histörchcn »och an zwcy andern Oricn seinerSchriften wicdcrhohlt hat; (nehmlich cinmal in dcr Abhandlung O-, o---<^lv ^ö-u? X«/ L«xoTitzov I>. III. 2vt«. und das andcrcmal'in dcrzweyten Niede -r-c>ö riz? ^.?^^«^oi> T^x'?? ^ «tzcr-^? >>. m. sss) und ob.gleich an bcidcn Orten, nach dcr Ausgabe des Hcnricus Slcphanus, derenich mich bediene, so wie in den denkwürdigen Reden, l^u.^^«^ gelesen wird: