Druckschrift 
8 (1839)
Entstehung
Seite
125
Einzelbild herunterladen
 

Antiquarischer Briefe neun und dreyßigsier.

125

Da der Armricmcn mehr gegen den obern Theil befestiget war:so konnte der übrige Theil nicht anders als herabsinkcn, gegenden vorgesetzten linken Fuß herabsinken, und wenn es lang ge-nug war: das Knie desselben bedecken. Das Knie konnte sichsodann an das Schild stemmen: und kurz, es erfolgte der völligeStand, den Chabrias seinen Soldaten zu nehmen befahl. Erbefahl ihnen, in ihren Gliedern stehen zu bleiben; die Handhabedes Schildes fahren zu lassen, wodurch die Schilde auf dasKnie herab sanken, «<??rtF«^ n^o? ?c> ^ovi^ n^iv-zv^«^;zugleich mit der Linken den Spieß zu ergreifen, und so, -vo^A-ui 7-UI 60?«?-, ^ev-n', mit gefällten Spicsscn den Feind zuerwarten. Das ist die ungezwungenste Umschreibung der Wortedes Diodor, und kann es eben sowohl von den Worten desNcpos und des Polyänus seyn.

Wollten Sie zweifeln, ob die Alten wirklich ihren Schildblos an dem Armricmcn hangen lassen, um die linke Hand mitzu Führung des Spiesscs zu brauchen: so werfen Sie einen Blickauf einen Stein beym Natter. Er ist, als ob ich ihn zum Be-huf meiner Meinung ausdrücklich hätte schneiden lassen; und ichkann mich daher nicht enthalten, Ihnen einen Abriß davonbeyzulegen.^) Betrachten Sie: hier hängt offenbar das Schilddes stehenden Soldaten, der seinen verwundeten Gefährten ver-theidiget, an dem bloßen Armricmcn, und hängt so tief herab,daß es völlig das vorgesetzte Knie decken könnte, wenn derSpieß nicht so hoch, sonder» mehr gerade aus gcführct würde.Wundern Sie sich aber nicht, daß das Schild innerhalb demArme hängt; der Künstler wollte sich die Ausführung des linkenArmes ersparen, und versteckte ihn hinter dem Schilde, da ereigentlich vor ihm liegen sollte. Vielleicht erlaubte es auch derStein nicht, in den Schild oben tiefer hineinzugehen, und soden Arm herauszuhohlen, als unten der Kopf des liegendenKriegers herausgchohlet ist. Dergleichen Unrichtigkeiten findensich auf alten geschnittenen Steinen die Menge, und müssen,der Billigkeit nach, als Mängel betrachtet werden, zu welchendie Beschaffenheit des Steines den Künstler gezwungen hat.

(°) S. Taf. 11. Beym Natter ist es die munte Tafcl,