Druckschrift 
8 (1839)
Entstehung
Seite
126
Einzelbild herunterladen
 

120

Antiquarischer Briefe rierzuisicr.

Vierzigster Brief.

Und mm wieder zu Hr. Klotzen! Es wäre unartig, wennwir ihm mitten aus dem Eollcgio wegbleiben wollten. Er leh-ret nns zwar wenig: aber dem ohngcachtet können wir viel beyihm lernen. Wir dürfen mir an allem zweifeln, was er sagt,niid nns weiter erkundigen.

Wo blieben wir? Bey der Art, wie die alten Stein-schneider in ihrer Kunst verfahren, von der Plinius wenig odernichts gewußt haben soll. Daß Hr. Klotz nichts davon weiß,haben wir gesehen. Doch will er nochzwey Anmerkungenbeyfügen, die beide das Mechanische der Kunst betreffen."

Die erste dieser Anmerkungen geht auf die Form der Steine.Die alten Künstler, sagt Hr. Klotz,pflegten gern ihreSteine hoch und schildförmig zu schleifst»." Einen Au-genblick Geduld! Die alten Künstler? Sie selbst? Das heißt,ihnen auch sehr viel zumuthcn. So weit, sollte ich meinen,hätten sich die alten Künstler die Steine wohl können in dieHand arbeiten lassen. Es sind ja itzt drey ganz verschied»?Leute, die sich in die Verarbeitung der Edelsteine getheilt haben:der Steinschleifer lc- I^pilluire; der Steinschneider, lo ki-avourv» pil-rros lmes; und der Juwelier, !<z ^vuaillivr oder Nc -tteurvn oeuvro.

Warum sollte das nicht auch bey den Alrcn gewesen scyn^Und es ist allerdings gewesen. Sie hatte» ihre poliwrvs,sie hatten ihre Seslptores, sie halten ihre eompatitnios gomniaium.

politoros Zemmiu-um hiessen die Steinschleifer; denn poliroheißt nicht blos, was wir im engen Verstände poliren nen-nen, welches man genauer durch loeviFgro ausdrückt; sondernes heißt auch zuschleifen. So sagt PliniuS : Lerylli omnes po-liuntur lexaiiFuIg, tiZura; sie werden alle sechseckig ge-schliffen. Und nicht allein das Schleifen aus dem Grobe»,und das Poliren, glaube ich, war dieser Leute Sache. Sieverstanden sich, ohne Zweifel, auf alle und jede x^o-o-c« npo?T-o X,«^???ov, ans alle und jede Hülfsmittel und Kunstgriffe,

(°) S. Z2.