Antiquarischer Briefe vierzigster.
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schmack des Liebhabers an. Meinetwegen mag also HarduinsVerbesserung gefallen, wem sie will; ich bleibe bey der altenLesart, die doch wohl auch Manuskripte muß für sich gehabthaben, und auf alle Weise dem Zusammenhange gemäßer unddes Pliuius würdiger ist. Nur weil Harduin, wie es scheint,nicht wußte, welche Zdec er sich eigentlich von den hier erwähn-ten Künstlern machen sollte, kam ihm die ganze Stelle dunkelvor. Er bildete sich vielleicht ein, daß eompokitores gemma-i'um so viel als mANAones, »dultei-atores Aemiriarum seyn soll-ten: und sie waren das, was ich gesagt habe. Sie faßten undsetzten; und bey dieser Arbeit erfuhren sie denn, daß der Opal,dem pretioMtima Zloria als eines seltenen Steines zukomme,der nur in Indien gefunden werde, zugleich moiisri-aliilein äifli-eultatom habe; nehmlich in Ansehung seiner Verbindung mit an-dern Steinen. Denn da der Opal keine bestimmte Farbe hat,sondern mehr als eine zeiget, so wie man ihn wendet und dieLichtstrahlen sich durch ihn brechen: so muß ihm sein Platz beyandern farbigen Steinen sehr schwer anzuweisen seyn, die sich un-möglich nach allen seinen Veränderungen einmal so gut wie dasandere zu ihm schicken können. — In Absicht der Fertigkeitund des guten Geschmacks in Verbindung der verträglichsten Far-ben, vergleicht Paschalius(^) die eompolitmes Zemmarum sehrrichtig mit den Windcrinncn der Blumenkränze, (Z7-x^«voirX.o-xmc) dergleichen Glycera war, mit welcher Pausias wetteiferte.
Ein und vierzigster Brief.
S,H,jRAi -wntt» luv ,kmq,n?,«L ^,6« Httu-ta-i.-^ lizWs^««iHAlso schliffen sie eben nicht gern, die alten Künstler, ihreSteine hoch und schildförmig: sondern sie bedienten sich nurgern so geschliffener Steine. Und warum? Das will uns nunHr. Klotz lehren.
„Hierdurch, sagt er, befreiten sie sich von dem Zwange,„den ihnen der enge Raum des Steines anlegte: und sie konn-„tcn die äußern und vom Leibe abstehenden Theile der Arme„und Beine ohne Verkürzung geschickt herausbringen. Die
(°) corvuariiin Mi. II. e«x. 12.Lcsimgs Werk- vin.
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