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Antiquarischer Briefe zwey lind vierzigster.
Füllung hat, als in dem Abdrucke von dem Wachse von selbstzurückbleibt:) so hatte er ihr keinen andern geben können, alsihren eignen Arm, wonach aber nothwendig der ganze Armweit mehr hatte verwendet, und folglich verkürzet werden müssen.
Und diese Verkürzung ist es, welche die schildförmige Flächedem Künstler ersparte. Sie ersparte sie ihm aber nicht, weilsie gcräumlichcr als die platte Fläche ist, weil der völlige Armauf ihm Raum hat, der auf der platten nicht Raum habenwürde: deswegen gar nicht; das ist die schülerhafteste Zdce,die man haben kann. Sondern sie erspart sie ihm dadurch,weil sie ihm die Wirkung des Vortretens gewähret, die er sonstnicht anders, als vermittelst einer gewaltsamen Verkürzung hätteerhalten können.
Das, und nur das kann Hr. Lippert meinen, wenn ersagt, „daß sich auf einem schildförmigen Steine die von demLeibe abstehende Arme und Beine, ohne sie zu verkürzen, ohnesie merklich tiefer zu schneiden, geschickt herausbringen liessen."Ein Exempel mehr kann nichts verderben. Betrachten Sie denFaun auf der zwey und zwanzigsten Tafel beym Natter. BeideArme desselben sind ohne alle Verkürzung; besonders scheinetder rechte dadurch, daß er nicht gegen uns zu verkürzt ist, soweit hinterwärts zu fallen, daß er in der Natur ohmnöglich soseyn könnte, ohne ganz aus dem Schultcrknochen verrenkt zuseyn. Gleichwohl müßte sowohl seine Hand, als die Hand deslinken Armes, wenn der Stein merklich schildförmiger wäre, alser vielleicht seyn mag, vorzutreten scheinen, ohne deswegen vieltiefer geschnitten oder auf den verkürzten Arm gestützt zu seyn,blos weil diese Hände in dem Abdrucke auf der concavcn Flächeunserm Auge wirklich näher zu liegen kommen.
Auch Natter hatte diesen optischen Vortheil der convercnSteine, vor Lippcrtcn, schon bemerkt. Lesen Sie nur nach, waser, bey der sechzehnten Tafel von den spitzen Ohren des Si-rius, (") und bey der siebzehnten von dem Schwänze des Löwen
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