IKlZ Antiquarischer Briefe sieben und vierzigster.
Grund derselben geblieben. Dieses bekräftiget für mich Boot: (")Onm crutta u»!us colons foslp'itur, se »Iterius eoloris ^>ro Krate»rolinyuitui-, tum gommarii lüanlvliu^sm vel t?ameum vocaot,tivo l>n^x, sivv 8sräo»^x tit. Es ist gleichviel, welche von denSchichten der Künstler zu der Figur nimmt, ob die lichtere, oderdie dunkelere: aber freylich, wenn ihm die Wahl frey stehet,wird er lieber die dazu nehmen, deren Farbe für die Figur dienatürlichste oder schicklichste ist; wenn er einen Mohrenkopf z. E.auf einen Onyx schneiden soll, der eine gleich hohe weisst undschwarze Schichte hat, so wäre es wohl sehr ungereimt, wenn er
(°) I.idr. II. es?. 84. p. 234. Llill. ?ollli. Ich citire hier den
Boot, weil sei» Werk, mit den Anmerkungen und Zusätzen des Tollills lindLaet, ohnstrcitig das vollständigste und gewohnlichste Handbuch in dieser Artvon Kenntnissen ist. Denn sonst hätte ich eben so wohl andere, als z. E. denCäsalpinus, citircn tonnen, welcher Mir. II. »lel-miois esp. 36. das nchni-liche, fast mit den nehmlichen Worten, sagt: lcülpuiii s«-iili>iarii ims lc>i,>cil-l«)vitrio mvtlo. Si e»im orusl!^ kwa slteri nixr»: superpoNl» til, »ut teeun-«tum itlivs eolores, nt ruben«, slkss !»ut nixr!«, »ut e oonvvrlo, sc»Ii>v»tin superiorl imsginem, ut inkvrior vvluli tlraluin sit, >>»« vulgo l?»ine»iivoo»»t. Es ist bekannt, daß Cäsalpinus einige Jahre früher als Boot schrieb;lind aus solchen gleichlautenden Stellen hat daher Caplus den Boot zumPlagiarius des Cäsalpinus zu machen, kein Bedenke» getragen. „Dieser Schrift-„stcllcr, schreibt Cavlus, (in seiner Abhandlung vom Obsidianischcn SteineS. 31. deut. Ucb.) „hat oft ganze Stücke aus dem Tcrte des Cäsalpinus„abgeschrieben, indem er nur einige Ausdrücke daran verändert, oder hinzu-gesetzt. Er ist nicht zu entschuldigen, daß er hiervon gar nichts gedenkt und„den Cäsalpinus unter der Zahl der Schriftsteller, deren er sich bey Bcrscr-„tigung seines Werks bediente, nichl einmal gencnnt hat." Diese Anklageist hart: aber Boot hat ein Verzeichnis; so vieler andern Schriftsteller, die c.rgebraucht, seinem Werke vorgesetzt; warum sollte er nun eben den Cäsalpinusausgelassen haben, wenn er ihn wirklich gebraucht hätte? Er hätte ihn dochwahrhaftig nicht mehr gebraucht, als irgend einen andern. Folglich kann esgar wohl seyn, das; Boot mit seinem Buche, das 1609 zuerst gedruckt ward,längst fertig war, als das Buch des Cäsalpinus zu Rom herauskam, oderin Deutschland durch den Nürenbcrger Nachdruck von 1602 bekannter ward.Ich wüßte auch wirklich nicht, was Boot nur aus dem Cäsalpinus hättenehmen können; was er nicht eben so gut schon in ältern Schriftstellern hättefinden können. Wo er daher mit dem Cäsalpinus, »lehr als von ungefehrgeschehen könnte, zusammen zu treffen scheinet, dürfen sie beide nur eineQuelle gebraucht haben. Ja, ich wollte es wohl selbst auf mich nehme», bevdc» mchrestcn Stellen, wo Cavlus den Boot für den Ausschreibe! des Cäsal-pinus halten können, diese beiden gemcinschaflichc Quelle nachzuweisen.