Druckschrift 
8 (1839)
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184
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Antiquarischer Briefe ein und fünfzigster.

Häßlichkeit zu seyn aufhöre, und entweder lächerlich oder schreck-lich werde?

Vielmehr wenn Thcrsitcs in dem Homer blos eine häßlichePerson wäre, so hätte Herr Klotz, nach meiner Meinung, sehrRecht, ihn wegzuwünschen. Aber er ist nicht sowohl häßlich, alslächerlich; und aus eben dieser Ursache, aus welcher ihn HerrKlotz wegwünscht, sage ich, daß er bleiben muß.

Die fcycrliche Harmonie des epischen Gedichts, ist eineGrille. Eustathius rechnet das Lächerliche ausdrücklich unterdie Mittel, deren sich Homer bedienet, wieder einzulenken, wenndas Feuer und der Tumult der Handlung zu stürmisch gewor-den. Wenn Thersitcs, weil er lächerlich ist, weg müßte: somüßten mehr Episoden aus gleichem Grunde weg. Das Lächer-liche ist dem Homer nicht entwischt: sondern er hat es mit gro-ßem Fleiße und Verstände gesucht..

Das ist es, was ich an einem andern Orte weitläuftigcrzu erklären, im Laokoon versprach. Das ist es, wovon mirdamals Hr. Klotz ganz und gar keine Zdee zu haben schien,ob ich ihn schon für einen Gelehrten von sonst sehr richtigemund feinem Geschmacke erkannte.

Aber ein richtiger und feiner Geschmack, ist nicht immerein allgemeiner und großer. Auch ist ein Mann von Geschmacknoch lange kein Kunstrichter. Zu diesem finde ich in Hr. Klotzenitzt noch eben so wenig Anlage, als damals. Und auch fürjenen würde ich ihn nicht erkannt haben, wenn er schon damalsdie deutsche Bibliothek dirigirt hätte: cm Werk, worinnich sehr gelobt worden, und welches ich ganz gewiß wie-der loben würde, wenn ich Lust hätte, weiter darinn gelobtzu werden.

Auf diese Antwort, und nachdem Hr. Klotz den Verfolg mei-ner Briefe erhalten hatte, erschien ein zweyter Aufsatz von ihm,in dem nehmlichen Correspondciitcn. (") Er merkte, daß esmit der vornehmen, abweisenden Mine nicht ganz gethan seyndürste: er ließ sich also auf die Rechtfertigung seines Tadelsein, und hören Sie doch, was er diesem Tadel überhaupt für

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(°) St. 464, SS. vor. Jahr, f24. und 27. Scptcmbcr 4768. Z