Antiquarischer Briefe ein und fünfzigster. 185
eine Beschönigung giebt! „Wenn Hr. Lessing, lauten die Worte,„über die Zweifel, die ich gegen seinen Laokoon auf die bcschci-„dcnste Art gemacht habe, mir so deutlich seinen Unwillen be-zeugt, so kann mich dieses nicht anders, als sehr befremden.„Hr. Lessing verlangte in einem Briefe vom 9ten Junii 1766„meine Widersprüche ohne allen Rückhalt, und er bezeugte„mir in so gefälligen und höflichen Ausdrücken sein Verlangen„über mein Urtheil von seinem Laokoon, daß ich es sogar für„meine Schuldigkeit hielt, ihm meine Meinung über einiges zu„sagen. Zch habe auch dieses, wie ich glaube, auf eine Art„gethan, die der Höflichkeit, welche mir Hr. Lessing erwies,„gemäß war. Es war mir blos um die Liebe zur Wahrheit„zu thun: nie habe ich den Willen gehabt, ctwann Fehler auf-zusuchen, und dadurch Herrn Lessing beschwerlich zu werden.„Wäre dieses meine Absicht gewesen, so würde ich gewiß seine„Hypothese vom Borghcsischcn Fechter zuerst angegriffen haben.„Ehe noch in den Göttingschen Anzeigen (1768. S. 176.)„diese Erinnerung gemacht wurde, hatte ich bemerkt, daß Hr.„Lessing zwey Statuen mit einander verwechselt habe. Denn„die Stellung des Fechters (s. Villa LorAkoso S. 217.) kann„ganz und gar nicht dem Chabrias beygelegt werden."
O des unschuldigen, friedlichen, mit dem Mantel der christ-lichen Liebe alle Mängel bedeckenden, nur aus Gefälligkeitwidersprechenden Mannes! Wie unleidlich, wie zänkisch, wiemir selbst ungleich, muß ich gegen, ihn nicht erscheinen.' — We-nigstens legt er es darauf an, daß ich so erscheinen soll.
Seinen bis itzt so freundschaftlich »ersparten Vorwurf, denBorghcsischcn Fechtcr betreffend, haben wir schon vorgehabt. (*)Wenn es wahr ist, daß auch Er, und Er noch früher als derGöttingsche Gelehrte, meine Verwechslung dieses Fechters miteiner andern Statue bemerkt hat: so mache er sein Wort nun-mehr gut. Er zeige, wie und worinn diese Verwechslung ge-schehen: es liegt seiner Ehre daran, dieses zu zeigen. Dennzeigt er es nicht, kann er es nicht zeigen: so war er auch hiernicht.blos der kahle Nachbeter, sondern der plagiarische Nach-
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