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Antiquarischer Briefe zwey und fünfzigster.
beter, der bey allem seinen Nachbeten immer noch selbst gelesen,selbst gedacht haben will. Er merke aber wohl, es ist von derVerwechslung, nicht von der Deutung der Statue die Rede!
Von den besondern Rechtfertigungen seines Tadels, führeich nichts an. Er hat getadelt, und ich habe mich verantwor-tet: er besteht auf seinem Tadel, und ich schweige. Mich selbstwiederholten, ist mir noch eckelhaftcr, als es dem Leser seynwürde: neue Erläuterungen aber, sehe ich nicht hinzu zu setzen.Das letzte Wort will ich ihm gern lassen. Nnr die Einbildungkann ich ihm nicht lassen, jemanden in der Welt überredet zuhaben, daß ich ihn um sein Urtheil über meinen Laokoon gebeten.
Und das hätte ich nicht gethan? Gewiß nicht. Aber erberuft sich, ja auf eine Zuschrift von mir? Sie sollen baldhören, was es damit für eine Bewandtnis; hat.
Denn nun war der erste Theil dieser Briefe erschienen;und kaum war er erschienen, so war er auch schon in demsiebenden Stücke der Deutschen Bibliothek des Hrn. Klotz —wie soll ich es nennen? wie würden Sie es nennen, was Sieda von Seite 466 bis 78 gelesen haben; oder geschwind nochlesen müssen?
Zwey und fünfzigster Brief.
Herr Klotz sahe, daß ich es nicht bey der Schutzwchr wollebewenden lassen; er sahe, daß ich ihm den Krieg in sein eig-nes Land spiele: lind das war ihm zu arg! Nach diesem Hoch-vcrrathc war weiter an keine Schonung zu denken, und er brachmit seiner ganzen Artillerie von Voraussetzungen, Verdrehungen,Verleumdungen und Vergiftungen wider mich auf. Hatte iches doch gedacht!
Indeß, meinen Sie, müsse es damit wohl seine Richtigkeithaben, daß ich den Hrn. Klotz um sein Urtheil über meinenLaokoon ersucht. Denn er erzähle ja die ganze Geschichte,wie er auf die Prüfung desselben gekommen, und diese fangeer mit einem Briefe an, den ich aus Berlin , unterm !)tcn Jun.1766, an ihn geschrieben.
Schlimm genug, daß er sie damit anfängt. Ich habe alsowohl zuerst an ihn geschrieben? Nicht Er ist es, sondern ich