Druckschrift 
8 (1839)
Entstehung
Seite
191
Einzelbild herunterladen
 

Antiquarischer Briefe drey und fünfzigster.

191

den Dichter, oder für den Mahler zu schreiben. Ich schreibeüber sie, nicht für sie. Sie können mich, ich aber nicht sieentbehren. Um mich in einem Gleichnisse auszudrücken: ichwickle das Gcspinnsic der Scidcnwürmcr ab, nicht um die Sei-denwürmcr spinnen zu lehren, sondern aus der Seide, für michund meines gleichen, Beutel zu machen; Beutel, um das Gleich-nis; fortzusetzen, in welchen ich die kleine Münze einzelnerEmpfindungen so lange sammele, bis ich sie in gute wichtigeGoldstücke allgemeiner Anmerkungen umsetzen, und diese zu demKapitale sclbstgcdachtcr Wahrheiten schlagen kann.

Drey und fünfzigster Brief.

Das also ist erwiesen, daß ich den Hrn. Klotz um sein Ur-theil nicht gebeten habe. Ich habe es blos nicht verbeten.

Ich war nie begierig darnach gewesen, ehe mich seine Zu-schrift begierig darnach machte. Aber ich erinnerte mich, daßich ihn zu dem öffentlichen Widersprüche, zu welchem er sichaufwarf, wohl könne gcrcitzt haben. Gereitzt! denn ich hatteihm selbst gelegentlich widersprochen. Doch mußte ich ihn auchnicht glauben lassen, daß ich ihn für gereitzt hielte: oder mußtees ihm nur durch die Versicherung, daß ich ihn nicht dafürhielt, merken lassen. Kurz, ich sehe noch nicht, wie ich ihm da-mals hätte anders antworten können, als ich ihm geant-wortet habe.

Aber hören Sie weiter. Nach Verlauf von fünf Mona-ten, erschien das Stück von den ^etis litt. (°) in welchem Hr.Klotz Wort hielt; und er hatte die Güte, es mir mit einemzweyten Schreiben selbst zuzuschicken. Zch theile auch dieses ganzmit; denn da Hr. Klotz es einmal für gut befunden, unser Pu-blikum in einen Privatbricf gucken zu lassen: so mag diesemPublico nun lieber gar nichts verhalten bleiben, was unter unsvorgefallen. Es lautet so:

Nachdem ich einen ganzen Sommer auf Ihre Ankunft inHalle , mein werthester Herr, gewartet, und mit dieser Hoff-

(°) Voluminw IIl> l>nrs III.