Druckschrift 
8 (1839)
Entstehung
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192
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Antiquarischer Briefe drey und fünfzigster.

nung mir alles das Unangenehme, welches mein Professoramtbey sich führet, versüßt hatte, bringt mir mein Freund, Hr.Hausen, die Nachricht, daß Sie in Berlin sind. Es bleibtmir also nichts übrig, als, um mir das Vergnügen, Sie zuumarmen, zu verschaffen, selbst nach Berlin zu reisen, und ichhoffe gewiß, daß ich auf Ostern meinem Verlangen werde einGenüge leisten können. Unter die Vortheile, die ich mir vondem Warschauer Ankrage versprach, rechnete ich immer auchden, daß ich Sie einige Wochen genießen würde.

Sie haben mir die Erlaubniß gegeben, das nieder zuschreiben, was ich bey dem Lesen Ihres vortrefflichen Laokoonsgedacht. Wenn Sie einige Augenblicke beygelegter Schriftgönnen wollen, so werden Sie sehen, daß ich mich derselbenbedient habe. Ein Mann von gegründetem Ruhme und cdelcmBewußtseyn seiner Verdienste, erlaubt dem andern gern, seineschwachen Bemühungen, ihm nachzuahmen, zeigen zu dürfen,und wenn er auch gleich einsieht, daß er ihn nicht erreicht,so verzeiht er ihm doch den Mangel an Kräften, und liebtihn wegen seines guten Willens. Dieser Gedanke ver-spricht mir eine freundschaftliche Aufnahme meiner Einfällevon Ihnen.

Es war mir genug, daß Herr Hausen mir sagte, daßeinige Berlinische Gelehrte sich über meinen Auszug aus derallgemeinen Wclthistorie gewundert hätten, um die ganze Ar-bcit wieder aufzugeben. Die Umstände, in welchen ich michbefand, da sie mir angetragen wurde, nöthigten mich, eineSache zu unternehmen, bey der ich blos den Fleiß eines Tage-löhners anzuwenden brauchte. Allein, schon der Wink eineseinsichtsvollen Kmistrichtcrs zwingt mich zu crröthen, und lie-ber alles einzubüßen, als Vertrauen und Gunst der Männer,gegen deren Urtheil ich nicht gleichgültig seyn kann.

/,Jch hoffe nun bald durch Bücher und andern Verrathmich in den Stand zu setzen, ein Buch von der alten Stcin-schnciderkunst zu verfertigen, wozu ich den Plan seit einigenZahren gemacht, und an dessen Ausführung mich die allhicrherrschende Barbarey, und der Mangel an Hülfsmittelngehindert.