Druckschrift 
8 (1839)
Entstehung
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209
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Antiquarischer Briefe sieben und fnnsMsicr.

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Was will Herr Klotz, der mich sonst immer nur schlecht-weg Lcssing genannt hat, was will er damit, daß er mich indieser Recension Magister Lcssing ncnnct? Was sonst, als mirzu vcrstchen geben, welche Kluft die Rangordnung zwischen unsbefestiget habe? Er Gchcimderrath, und ich nur Magister!Was ist denn Bauernstolz, wenn das nicht Bauernstolz ist?

Und doch wird mir Herr Klotz erlauben, den Abstand, dersich zwischen eincm Gcheimdcnrathe, wie Er, und zwischen einemMagister befindet, für so unermeßlich eben nicht zu halten. Ichmeine, er sey gerade nicht unermeßlicher als der Abstand vonder Raupe zum Schmetterlinge, und es zieme den Schmetterlingschlecht, eine Spanne über den Dorncnstrauch erhaben, so ver-ächtlich nach der demüthigen Raupe auf dem Blatte herabzu blicken. Ich wüßte auch nicht, daß sein König ihn auseiner andern Ursache zum Gcheimdenrathc ernannt habe, alsweil er ihn für einen guten, brauchbaren Magister gehalten.Der König hätte in ihm den Magister so gcchrct, und er selbstwollte den Magister verachten?

Za, der Magister gilt in dem Falle, in welchem wir unsmit einander befinden, sogar' mehr, als der Gchcimdcrath.Wenn der Herr Gchcimdcrath Klotz nicht auch Herr MagisterKlotz wäre, odcr zu seyn verdiente: so wüßte ich gar nicht,was ich mit dem Herrn Gcheimdcrath zu schaffen haben könnte.Der Magister macht es, daß ich mich um den Gchcimdenrathbekümmere: und schlimm für den Gchcimdenrath, wcnn ihn seinMagister im Stiche läßt!

LMigö Wctte viil

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