Druckschrift 
8 (1839)
Entstehung
Seite
227
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Wie dic ?lltc>i dc» Tod gebildet. '.'27

cincn Fliß über den andern geschlagen; und diese Besonderheitdes Standes, glaube ich, kann eben sowohl dienen, dic Be-deutung der ganzen Figur zu bestätigen, als dic anderwcits er-wiesene Bedeutung derselben das Charakteristische dicscs beson-dern Standes festzusetzen hinlänglich seyn dürste.

Doch es versteht sich, daß ich so geschwind und dreist nichtschließen würde, wenn dieses das einzige alte Monument wäre,auf welchem sich dic über einander geschlagenen Füße an demBilde des Todes zeigten. Denn nichts würde natürlicher seyn,als mir einzuwenden:wenn die alten Künstler den Schlafmit über einander geschlagenen Füßen gebildet haben, so habensie ihn doch nur als liegend, und wirklich selbst schlafend sogebildet; von dieser Lage des Schlafes im Schlafe, ist also aufsciucn stchcndcn Stand, odcr gar auf dc» stehenden Stand desihm ähnlichen Todes, wenig odcr nichts zu schlicsscn, und cSkann cin bloßcr Zufall seyn, daß hier einmal der Tod so stc.hct, als man sonst den Schlaf schlafen ficht."

Nur mehrere Monumente, welche eben das zeigen, was ichan der Figur beym Bcllori zu sehen glaube, können dieser Ein-wendung vorbauen. Ich eilc also, dcrcn so viele anzuführen,als zur Znduction hinrcichcnd sind, und glaube, daß man esfür kcine bloßc übcrflüßigc Auszicrung halten wird, einige dervorzüglichsten in Abbildung beygefügt zu finden.

Zuerst also crschcinet der schon angeführte Grabstein beymBoissard. Weil dic ausdrücklichen Überschriften desselben nichtverstatten, uns in der Deutung seiner Figuren zu irren: sokann er gleichsam der Schlüssel zu allen übrigen Dcnkmählcrnhcissen. Wie aber zcigct sich hier dic Figur, welche mit8omn Oi-olMa Inlia überschrieben ist? Als ein nackter Jüng-ling, cincn traurigcn Blick seitwärts zur Erde hcftcnd, mit dcmcincn Arme auf eine umgekehrte Fackel sich stützend, lind deneinen Fuß über den andern geschlagen. Ich darf nicht un-erinncrt lassen, daß von eben diesem Denkmahle sich auch eineZeichnung unter den Papieren des Pighius, in der König!.Bibliothek zu Berlin befindet, aus welcher Spanhcim dic cin-

(°) S. dic btt'gcfligtcn Kupscc, Niim, t,

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