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8 (1839)
Entstehung
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Wie die Alten den Tod gebildet.

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diesen stehenden; lind ich habe auf mehr Grabmählern einen los-gespannten, oder gar zerbrochenen Bogen, nicht als das Attri-but des Amors, sondern als ein von diesem unabhängiges Bilddes verbrauchten Lebens überhaupt, gefunden. Wie ein Bogendas Bild einer guten Hausmutter seyn könne, weis ich zwarnicht: aber doch sagt eine alte Grabschrift, die Leich aus derungcdrucktcn Anthologie bekannt gemacht, s°) daß er es gewesen,

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und daraus zeigt sich wenigstens, daß er nicht nothwendig dasRüstzeug des Amors seyn muß, und daß er mehr bedeuten kann,als wir zu erklären wissen.

Ich füge die vierte Tafel hinzu, und auf dieser einen Grab-stein, den Boissard in Rom zu St. Angclo (in lomplo ^unonis,quock ett in loro pilcatorio) fand, wo er sich ohne Zweifel auchnoch finden wird. (^) Hinter einer verschlossenen Thüre stehet,auf beiden Seiten, ein geflügelter Genius mit halbem Körperhervorragend, und mit der Hand auf diese verschlossene Thürezeigend. Die Borstcllung ist zu redend, als daß uns nicht jene«Icimus exilis plutonis, einfallen sollte, aus welcher keine Er-lösung zu hoffen: und wer könnten die Thürstchcr dieses ewigenKerkers besser seyn, als Schlaf und Tod? Bey der Stellungund Aktion, in der wir sie erblicken, braucht sie keine um-gestürzte Fackel deutlicher zu bezeichnen: nur den einen überden andern geschlagenen Fuß hat auch ihnen der Künstler gege-ben. Aber wie unnatürlich würde hier dieser Stand seyn, wen»er nicht ausdrücklich charakteristisch seyn solltet

Man glaube nicht, daß dieses die Beyspiele alle sind, welcheich für mich anführen könnte. Selbst aus dem Boissard würdeich noch verschiedene hichcr ziehen können, wo der Tod, entwe-der als Schlaf, oder mit dem Schlafe zugleich, den nehmlichenStand der Füße beobachtet. (5) Eine ganze Erndte von Figu-ren, so wie die auf der ersten Tafel erscheinet oder erscheinen

(°) Sepulc, c-». XIV.

t°°) x-lNe V. p. 22.

(°°°) 'kolNi I5xi>»s. v^I, S!>2.

(f) Als ?!»r. ill p> e». und vicllcicht auch V. p- 23.