Wie die Alten den Tod gebildet.
doch nichts, als sie dazu vorschlagen. Augenscheinlich ist es, daßihre Stellung keine Stellung für Opfernde ist: und wenn dieeine Fackel das Opfer anzünden soll, was soll denn die andereauf dem Rücken? Daß Eine Figur beide Fackeln zugleich aus-löscht, würde nach meinem Vorschlage sehr bedeutend seyn: denneigentlich macht doch der Tod beidcm, dem Wachen und demSchlafen, ein Ende. Auch dürfte, nach eben diesem Vorschlage,die kleinere weibliche Figur nicht unrecht für die Nacht, als dieMutter des Schlafes und des Todes, zu nehmen seyn. Dennwenn der Kalathus auf dem Haupte, eine Zsis, oder Cybclc, alsdie Mutter aller Dinge kenntlich machen soll: so würde michcs nicht wundern, auch die Nacht, diese
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wie sie Orpheus nennet, hier mit dem Kalathus zn erblicken.
Was sich sonst aus der Figur des Stcphanonius, mit derbeym Vcllori verbunden, am zuverläßigsten crgiebt, ist dieses,daß der Aschcnkrug, der Schmetterling, und der Kranz diejenigenAttributa sind, durch welche der Tod, wo und wie cs nöthigschien, von seinem Ebcnbildc, dem Schlafe, unterschieden ward.Das besondere Abzeichen des Schlafes hingegen, war ohnstrcitigdas Horn.
Und hieraus möchte vielleicht eine ganz besondere Vorstellungauf dem Grabsteine eines gewissen Amcmptus, eines Freygelasse-nen ich weis nicht welcher Kayscrinn, oder kayscrlichcn Prin-zcßinn, einiges Licht erhalten. Man sehe die fünfte Tasel. (")Ein männlicher und weiblicher Eentaur, jener auf der Leyer spie-lend, diese eine doppelte Tibia blasend, tragen beide einen geflü-gelten Knaben auf ihren Rücken, deren jeder auf einer Oueer-pfeifc bläset; unter dem aufgchabcncn Vordcrsuße des einenCentaur lieget ein Krug, und unter des andern ein Horn. Waskann diese Allegorie sagen sollen? was kann sie hier sagen sollen?Ein Mann zwar, wie Herr Klotz, der seinen Kopf voller Lie-besgötter hat, würde mit der Antwort bald fertig seyn. Auchdas sind meine Amors! würde er sagen; und der roeise Künst-ler hat auch hier den Triumph der Liebe über die unvändig-
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