Druckschrift 
8 (1839)
Entstehung
Seite
237
Einzelbild herunterladen
 

Wie die Alten den Tod gebildet.

237

sten Geschöpfe, und zwar ihren Triumph vermittelst der Musik,vorstellen wollen! Ey nun ja; was wäre der Weisheit deralten Künstler auch würdiger gewesen, als nur immer mit derLiebe zu tändeln; besonders, wie diese Herren die Liebe kennen!Indeß wäre es doch möglich, daß einmal auch ein alter Künstler,nach ihrer Art zu reden, der Liebe und den Grazien wenigergeopfert, und hier bey hundert Meilen an die liebe Liebe nichtgedacht hätte! Es wäre möglich, daß was ihnen dem Amorso ähnlich sieht, als ein Tropfen Wasser dem andern, geradenichts Lustigeres, als der Schlaf und der Tod seyn sollte.

Sie sind uns beide, in der Gestalt geflügelter Knaben, nichtmehr fremd; und der Krug auf der Seite des einen, und daSHorn auf der Seite des andern, dünken mich nicht viel wenigerredend, als es ihre buchstäblichen Namen seyn wurden. Zwarweis ich gar wohl, daß der Krug und das Horn auch nurTrinkgeschirre seyn können, und daß die Centaure in dem Al-terthume nicht die schlechtesten Säufer sind; daher sie auch aufverschiedenen Werken in dem Gefolge des Bacchus erscheinen,oder gar seinen Wagen ziehen. ^) Aber was brauchten sie indieser Eigenschaft, noch erst durch Attribut« bezeichnet zu werden?und ist es nicht, auch für den Ort, weit schicklicher, diesen Krug,und dieses Horn für die Attribute des Schlafes und des TodcSzu erklären, die sie nothwendig aus den Händen werfen mußten,um die Flöten behandeln zu können?

Wenn ich aber den Krug oder die Urne, als das Attribut desTodes nenne, so will ich nicht blos den eigentlichen Aschcnkrug,das (Muarlum oder einoranum, oder wie das Gefäß sonst hies,in welchem die Ucbcrreste der verbrannten Körper aufbewahretwurden, darunter verstanden wissen. Ich begreife darunter auchdie ^x^o^?, die Flaschen jeder Art, die man den todten Kör-pern, die ganz zur Erde bestattet wurden, beyzusetzen pflegte,ohne mich darüber einzulassen, was in diesen Flaschen enthaltengewesen. Sonder einer solchen Flasche blieb bey den Griechenein zu begrabender Leichnam eben so wenig, als sonder Kranz;welches unter andern verschiedene Stellen des Aristophancs sehr

(°) Komme imlielill volle siioti^ioui tli ?. ^> sialtei, ?srte III, 68.