Druckschrift 
8 (1839)
Entstehung
Seite
267
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Andreas SculietuS.

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Die Werkstatt dieser WeltStaffirt sich stattlich aus und nimmt, als ein Eczelt,Den Siegesherzog auf. Der Erde LustgehegeBesetzt ihm um und um mit Blumen seine Wege.Violen schicssen auf, und geben, auf den SchlagDer Tclamoner Frucht, mit Blattern an den Tag,Wie viel er Wunden führt. Des Rindes lange Mühen,Die Aecker, hegen Streit, wer mcisies könne blühen,Den Festtag zu begeh». Der Cypern Blume bloß,Als welcher Mutter ihm das jarte Haupt verschloß,Behaget halb und halb, sich schamroth zu verstecken,Und anderwärts zur Gunst den Zierrath aufzudecken.Der andern Kräuter Rest, so keinen Namen hat,Stand überall bereit, wohin er tröstlich trat,Und schienen allzumal, als hätten sie gebeten,Ihr Herrscher wolle sie zu ehren niedertreten.Welche Phantasie! welche Empfindung mit einer solchen Phan-tasie verbunden! Die Rose, die sich lieber verstecken möchte,weil ihre Mutter, die Dornhcckc, das heilige zarte Haupt zer-ritzct! Der namenlose Rest von Kräutern, die keine andereEhre verlangen, als von dem göttlichen Fuße zertreten zu werden!

Und doch ist die Beschreibung, welche der Dichter von dersüßen Freude eines lautern Theiles der Schöpfung macht, fastnoch schöner.

ein siiller Zephyrus, der Lieblichkeiten Kind,

Fleugt allerwegen aus, und federt von den Seen

Anf ein Gesangturuicr des Flügelvolks Armeen.

Als jedermann erscheint, so schickt die Nachtigall,

Das Orgelwerk, so lebt, den tausendfachen Schall

In DelienS Losier. Hier sausen hundert Zinken,

Hier wird das Meisierwerk zu steigen und zu sinken,

Auf einmal augewandt. Der Vogclpöbel summt,

Auf ihren Mund ergrimmt: das mcisie Theil verstummt.

Die Lerche bittet bloß ihr Tiretircliren

Der Fugenkünstleriun hernach zu prakticiren,

Und schweifet trotziglich, bis an der Wolken Port,

Auf allerhand Manier mit lauten Kreisen fort;