Druckschrift 
8 (1839)
Entstehung
Seite
291
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Andreas Scultetus .

Durch seinen Blutschweiß auf, was Eva weggerissenlind, in der bösen Lust verteufelt, angebissen.Steig, mein Erlöser, steig den Oelberg immer an;Ich folge dennoch dir, wie lang ich folgen kann,Mit Sinnen emsig nach, die aber vor ErschreckenIn Schlafsucht eben auch, wie deine Junger, stecken.

Nicht anders, als zur Zeit, da Gott durch WaffcrmachtDer blindverstocktcn Welt ihr Recht zu thun gedacht,Sich augenblicklich bald die ausgehölten Graben,Mit Strudeln angefüllt, viel Klaftern hoch erhaben,Ein nebelschwarzer Dampf das Erdreich überraucht,Der nordwestfeuchte Wind den Luftplatz angehaucht;Wie damals gegen sich die Mcergcbirge rungenllnd alles um und an erbittert in sich schlungcn,Das Feuerelement doch gleichwohl der Gefahr,Die Erd und Luft betraf, nicht eingeschlossen war:So eben, da dein Blut des Höchsten Rachschwcrd hemmen,Die ganze Christcnwelt mit Unschuld überschwemmen,Den Tod ertränken soll, beginnt dich diese Last,Die du von Ewigkeit dir aufgebürdet hast,O Gott und Menschensohn, zur Erden hinzuschmeisseu,llnd will die Seele dir aus deinem Leibe rcissen,Steckt alle Glieder an; das Herze wallt umpflanztMit Stücken grimmer Pein, und wankt doch nicht, verschanztMit göttlicher Natnr, die eben, wie das FeuerDie Sündflulh nicht gefühlt, des SchmerzcnS UngeheuerNiemals erdulden darf. Du liegest da verblaßt,Die Rede, so dein Sinn zu halten abgefaßt,Schickt Seufzer zuvor au, und eudet sich mit Klagen.Mein Vater! wilt du nicht nach deinem Kinde fragen?Bist du dann, sagt dein Mund, o Zorngotl, unbewegt <Soll der, den du gezeugt, ins TodeSstaub gelegtUnd aufgeopfert sey»? Es müssen Steine spalten,Und todte Menschen sich in Gräbern nicht behalten,Der Sonnenanttitz mnß vcrschwarzen auf den Tag,Da mir von deiner Hand der letzte DonnerschlagDie Brust zerschmettern wird: dieß, welchem zu empfinden,

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