Berengarius Turouensis.
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Anders zu verfahren, würde allerdings einer Neckerey ähn-licher gesehen haben, als einem Angriffe von ernstlichen Folgen.Nur hätte ZNosheim sich eines Verdachts enthalten sollen, derden Dercngarins allzusehr erniedriget. Weil Mosheim zuge-ben wollte, daß die wahre Meynung des Bercngarius nichtdeutlich genug erhelle: so bedachte er sich zugleich eines Grundesvon dieser Undeutlichkcit, und fiel unglücklicher Weise geradeauf den, an welchem, meines Bedünkens, der ehrliche Nameeines Mannes, der das Ansehen haben will, sich allgemeinenIrrthümern zu widersetzen, am gewissesten scheitert. Er ver-muthete nehmlich, Verengarius habe mit Fleiß seine Meynungso dunkel und zweydcutig vorgetragen, damit sie nicht allzu greu-lich scheinen möge. (*)
Ein harter Verdacht! Und womit hätte Acrengarius diesenVerdacht verdienet? Etwa damit, daß seine Feinde die aus-führlichsten seiner Schriften unterdrücket haben? Oder will mansagen, damit, daß er schwach genug war, die erkannte Wahr-heit zu verleugnen?
Das sey fern! — Zch weiß nicht, ob es Pflicht ist, Glückund Leben der Wahrheit aufzuopfern, wenigstens sind Muthund Entschlossenheit, welche dazu gehören, keine Gaben, diewir uns selbst geben können. Aber das, weiß ich, ist Pflicht,wenn man Wahrheit lehren will, sie ganz, oder gar nicht, zulehren, sie klar und rund, ohne Räthsel, ohne Zurückhaltung,ohne Mißtrauen in ihre Kraft und Nützlichkeit, zu lehren: unddie Gaben, welche dazu erfordert werden, stehen in unserer Ge-walt. Wer die nicht erwerben, oder, wenn er sie erworben,nicht brauchen will, der macht sich um den menschlichen Ver-stand nur schlecht verdient, wenn er grobe Irrthümer uns be-nimmt, die volle Wahrheit aber vorenthält, und mit einem
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