BercnganuS Turoucnsis. 3^1
oder eben so unerkannt, wie Zöerengarius, in irgend einer Bi-bliothek stehet, ist verloren: aber Stellen aus ihm durfte ich inmeinem alten Buche, wenn es anders ein noch unbekanntesBuch wäre, zu finden glauben, welche zu vielerlei) zu brauchenstunden. Zugleich siel mir sehr häufig, bald ein Inyms tu,bald ein In^uio eZo in die Augen, welche anzeigten, daß derVortrag polemisch sey. Das war mir um so viel lieber; undnun fing ich mit Ernst an zu lesen. Doch kaum hatte ich einigeBlätter gelesen, und dabey mich in Vlimmcrs Sammlung (°)mit umgesehen, als ich auf einmal erkannte, daß jenes l'uL.anfrancus, und dieses Lgo Screngarius wären. Kurz, ichfand, was ich gesagt habe: ein Werk, worin Derengarius demL.anfrancus Schritt vor Schritt folget, und auf jedes seinerArgumente und Einwendungen nach der nehmlichen Methodeantwortet, welche sein Gegner wider ihn gebraucht hatte; nehm-lich, daß er erst die eigenen Worte desselben anführet, und so-dann seinen Bescheid ausführlich darauf ertheilet.
Was ich Ihnen über den andern Punkt zu sagen hätte,werde» Sie zum Theil, aus der nähern Beschreibung des Ma-nuskripts ermessen. Es gehöret, wie ich bereits erwähnet habe,zu den N)eijsenburglschen Manuscripten, welche der erste grosseZuwachs waren, den die Bibliothek nach den Zeiten des Her-zogs August erhielt. Ihm, und seinem Lonring, dessen Ur-theil er über jede beträchtliche Handschrift zu Rathe zog, dieZhm in den letzten Jahren seines Lebens vorkam, dürfte Zdc-rengarius wohl schwerlich unerkannt geblieben seyn. So langesich Aeibnirz der Bibliothek annahm, hatte er sein vornehmstesAugenmerk auf die Geschichte: und eben so hingen die folgen-den verdienten Männer, welche die Bibliothek nutzten, oderihr vorstanden, ihrem Hauptstudio viel zu emsig nach, als daßsie ausser ihrem Wege nach Abenthcurcn hätten umhcrschauensollen. Das Manuscript selbst ist auf Pcrgamcn, und machteinen mäßigen Band in klein O-uart, von hundert und vier-zehn Blättern. Es hat alles Ansehen, noch in dem eilften,längstens zu Anfange des zwölften Jahrhunderts, geschrieben
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