BcrciiMius Turonciisis.
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habe»: so dürfte ein solcher Aufsatz vielleicht am ersten, es seyvon ihm selbst oder von ander», mit dem Titel des 2Znchs derFunken seyn belegt worden. Denn, wie gesagt, es sollte vor-nehmlich eine Sammlung einzelner von dort und da zusammen-getragener Beweisstellen, gleichsam also einzelner Funken seyn,aus welchen sich die leuchtende Flamme der Wahrheit erzeuge.Hingegen einen Tractat so zu benennen, wie der noch vorhan-dene des L.anfrancus ist, in welchem man einen Gegner Punktvor Punkt widerlegen, und die ganze streitige Materie, nach allenGründen für und wider, erschöpfen will, würde so abgeschmacktseyn, daß man sich schwerlich bereden könne, es sey von demVerfasser selbst geschehen. Auch war es insbesondere als Titelzu diesem Tractatc, daß ich ihn, in dem Vorhergehenden, fürden witzigen Einfall eines spätern Mönchs erklärte.
3. Es ist sehr seltsam, mit dem Benediktiner anzunehmen,daß Aanfrancus ganze zwanzig Zahre angestanden haben sollte,den Derengarius förmlich zu widerlegen, und daß er, als ersich endlich dazu entschlossen, sich lieber dabey an die allererste,längst vergessene Schrift desselben hätte halten wollen, als andie allerncuestc. Aber noch seltsamer ist die Beschönigung, daßAanfrancus doch auch, nach der gemeinen Meynung, wenigstensfünf, wo nicht gar zehn Zahre seine Widerlegung verzögert habe.Als ob zwanzig und zehn und fünfe, alles eines wäre! Undworauf gründet sich denn nun auch diese Beschönigung? Woherhat es denn der Benediktiner , daß L.anfrancus, auch nur fünfZahre verstreichen lassen? Es ist wahr, Ä.anfrancus hat erstnach dem Tode des-Hnmbertus, das ist, nach 1963 geschrieben,lind Zöcrcngarius hatte bereits im April 1969 zu Rom wicder-ruffcn. Das macht freylich fünf Jahre; aber muß denn darumauch gleich im Zahre 59 Zdcrengarius seinen Wicderruf öffent-lich zurückgenommen, und die Schrift, in welcher er es that,allen bekannt gemacht haben? Wer hat dem Benediktiner dasgesagt? Zst es nicht vielmehr höchst wahrscheinlich, daß dieKlugheit dem Derengarius angcrathcn, vorher den Tod sowohldes Pabstes als des Kardinals abzuwarten, die ihn zu demWiedcrruffc gezwungen? Auch ergicbt sich auö mehr als einemUmstände, daß er diesem Rathe der Klugheit wirklich gcfolgct.