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Bcrcugarius Turoiicnfis.
N'icolaus starb 1061, und Humberms das zwcytc Zahr dar-auf. Von 59 bis 03 ist kein Zahr verflossen, in welchem nichtzu Rom, oder in Frankreich , ansehnliche Kirchcnvcrsammlungcngehalten worden. Aber auf keiner wurde des Verengariusund seiner erneuerten Ketzercy gedacht. Nur erst in dem nehm-lichen 63sten Zahre, fand man auf der Kirchenvcrsammlungzu Rouen wieder für nöthig, die Schlüsse der Kirche gegen denBerengarius und seine Anhänger zu wiedcrhohlcn. Za, wieich schon angemerkt, die Worte des Vercngarius selbst, mitwelchen er des Humbertus in seiner Schrift gedachte, scheinennicht von der Art, daß sie von einem noch lebenden Kardinalegesagt worden. — 8ciij>tum //?«,/ike?'t/ Lui Auncli, (zuem /e-Koma; Lpiteopum (^sillinalvm, <zuoil seii^tit cvntri» ea-tkoliesm voiitatem, ^uock iufeiius pateliit, vt eozeeotui- ex illoSo/'enAai'tttt c>uall prolitoii orroeom «is^^/t//»' LuiFuntli. Ichdenke, nur von einem Todten spricht man in diesem lange nach-her crzchlendcn und freimüthigem Tone. Vielleicht schien auchsonst diese Zeit dem Zderengarius vorzüglich bequem, einen sokühnen Schritt zu thun, als die öffentliche Zurücknahme sei-nes Wiedcrrufs war. Die oberste Gewalt der Kirche war gc-thcilct; zwey zugleich, und mit mächtigen Unterstützungen, herr-schende Päbstc sicherten ihn vor der Tyrannei) des einen unddes andern. -Honorms der zweyte, oder vielmehr die Kirchen-vcrsammlung zu Dasei, die ihn erwählte, hatte sogar alle That-handlnngen und Schlüsse seines Vorgängers, Nicolaus deszweyten, für null und nichtig erkläret, (") als worunter dieVerdammung des Äcrcnggrius und seiner Lehre nothwendigbegriffen war. Indeß will ich den Einfluß, den dieser letztereUmstand auf den Äerengarius gehabt haben kann, für nichtsals eine Vermuthung geben: genug, daß aus den übrigen satt-sam erhellet, daß die Schrift des Dercngarins schwerlich vor1l>63 bekannt geworden. Und nun kann sie K.anfr«ncus, ei»,zwey, drey Zahre darauf beantwortet haben: wer will das be-stimmen!? Nur daß er bis 69 sollte damit verzögert haben,
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