Druckschrift 
8 (1839)
Entstehung
Seite
352
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Bercugarius Turoncnsis.

letzte Wort behalten. Doch, das letzte Wort! Als ob nur derimmer Recht hätte, der das letzte Wort behalt.

Noch weniger, denke ich, wird der Benediktiner (oder, wennder nehmliche nicht mehr am Leben, einer von seinen Ordens-brüdern, der die Ehre ihres gemeinschaftlichen Werkes retten zumüssen glaubt,) darauf bestehen wollen, daß dem ohngeachtctAanfrancus erst unter Gregorius dem siebenden müsse geschrie-ben haben. Denn warum sollten sie ein elendes Einschiebselnoch länger vertheidigen wollen, da sie doch die Hauptsache,welche sie damit zu erhalten gedachten, aufgeben müssen ? Zwarbeharret man oft auf der Behauptung solcher unbedeutenderUmstände um so viel hartnäckiger, je weniger man sich bloß ge-ben will, daß man sie Anfangs, nicht so wohl ihrer eigenenEvidenz wegen, als nur zum Behuf eines andern zu erschlei-chenden Punkts von grösserer Wichtigkeit, behauptet habe. Undauch auf diesen Fall verstehet mich unser Manuscript mitGründen, ihm zu begegnen.

Denn wie kann -L.anfrgncus sein Buch erst unter Gregoriusdem siebenden, geschrieben haben, da des Zöerengarius Wi-derlegung dieses Buches weit früher geschrieben ist? Hiervonaber fallen überall die unwidcrsprcchlichstcn Beweise in dieAugen. Bors erste gedenkt Berengarine seines letzten Wicdcr-russ unter genanntem Pabstc mit keinem Worte; er entschuldi-get sich bloß wegen des ersten, zu dem man ihn, unter Nico-laus dem zweyten, gezwungen hatte; und unmöglich hätte erjenen so gänzlich mit Stillschweigen übergehen können, wenn erbereits geschehen gewesen wäre, wenn ihm -S.anfrancus densel-ben so gar mit vorgeworfen hätte. Aweyrens; Bercngariusberuft sich namentlich mehr als einmal auf den Kardinal Hil-dcbrand; folglich war -HilSebrand noch nicht Gregorius dersiebende, und Zöerengarius mußte dieses noch unter der Re-gierung Alerandcrs des zweyten schreiben. Drittens; Zdercn-garius nennet den -L.anfrancus selbst durchgängig ZUonsclium;eine Benennung, die dem K.anfrancus nur bis 1070 zukom-men konnte, und die ihm, auch noch als Bischof zu ertheilen,die gröbste Beleidigung gewesen wäre.