BereiigariuS Turonensis.
396
Folge eines förmlichen Concilii, belegen wollen, ein damnumhätte nennen können, ciuoä is olorieo IZeelvtl»! tu»; In^ustistimi?,ao r<zZ!a majottsto inclignistime intulerit? Abgcsprochne Ein-künfte wären hicrnächst ja wohl, mehr nur lucmm eoslans, alsllamnum ill-ltum. Doch es sey, daß wer sich beeinträchtigetfühlet, seinen Verlust so unverdient, so groß, so wenig derWahrheit gemäß beschreiben darf, als er nur immer will. Sofrage ich weiter: wenn diesem Briefe das vermeinte Conciliumzu Paris vorhergegangen, auf welchem, nach des Duranduseigner Versicherung, die Lehre des Scotus ebenmäßig ver-dammt worden; warum hätte sich denn Zdcrcngarius nicht ansdiese letztere, sondern auf die zu Vcrcclli geschehene Verdam-mung bcruffcn? warum hätte er es denn gegen den Ausspruchdes Concilii zu Vercclli, bey welchem der König nicht gegen-wärtig gewesen war, von dessen Gründen der König nicht sovöllig unterrichtet seyn konnte, erweisen wollen, daß dem Sco-tus Unrecht geschehen? warum hätte er sich nicht lieber erbietensollen, eben das gegen den Ausspruch des Concilii zu Paris zu beweisen, wo der König selbst den Vorsitz gehabt hatte,wo der König selbst mit angehöret haben konnte, warum soviele vornehme Geistliche seiner Kirche die Lehre des Scorusfür irrgläubig erkannten? Gewiß, mein Freund; wenn mansich jemals bey dem Schlüsse von der unterlassenen Erwähnungeiner Sache auf die Unwirklichkcit derselben, zu irren nicht hatfürchten dürfen: so ist es hier; hier, wo Zöcrcngarins derBegebenheit, die ich leugne, nicht bloß hätte erwähnen rönnen,sondern nothwendig hätte erwähnen müssen, wenn das geringstevon ihr wahr gewesen wäre. Wir wissen es von ihm selbstdenn nun auch besser, wie die Sache zusammengehangen, undbewundern die Vorsehung, die nach und nach von feinen eig-nen Feinden Dinge hervorziehen und erhalten lassen, die mitseiner endlichen Rechtfertigung auf eine so unerwartete Artübereinstimmen.
Warum sollte uns auch überhaupt das unbillige und tyran-nische Verfahren des Königs gegen den Dcrengarius, sehr be-fremden? Als ob es nicht ganz in dem Geiste seines Jahrhun-derts wäre? Als ob es ihm an ehrwürdigen, frommen, hcili-