Druckschrift 
8 (1839)
Entstehung
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Berengarius Turonensis.

das Brod, welches ausser jenem gewissen Genusse nichts weitersey, als Brod, unbrauchbares Brod. Ilcbcrtrctcne Folgen alsoaus einer Lehre, die sie nicht annahmen, die sie nicht kannten,legte ihnen Humbertus als Ketzereien zur Last: und er selbstscheint fast geglaubt zu haben, daß das verwandelte Brod sonstüberall, im Wasser und in der Erde, zertrennet und zerstöretwerden könne, nur nicht in dem menschlichen Körper.

Einem solchem Manne trug man es denn auf, für die ge-stimmte Kirche zu sprechen und zu schreiben! Welcher Wider-spruch hätte unsinnig genug seyn können, zu welchem er denZderengarius nicht mit Schwcrd und Knüttel (Zl-lllüs et fustiuus,wie dieser mehr als einmal sagt) eben so wohl gezwungen habenwürde, wenn er ihn einmal für einen Lehrsatz seiner Kirche ge-halten hätte? Auch pflegte er mit niemanden, über die abzufas-sende Formel, die geringste Rücksprache; am wenigsten mit demBcrcngarius selbst. Nach dem K.anfrancns sollte es zwar schei-nen, als ob dieses allerdings geschehen, indem er ihn mit sovieler Dreistigkeit fragt; cur ergo lcri^tum koo msZIs klcllcribiturllum>>ertc> L^ileo^o yuam tilii, huam Nieoliw pontiliei, <juamvj>is coneilio, yuam cleuisjuo omnidus lCoelet'iis, ^u-v icl ourn llv-liita rvveientia luseoporllnt? (") Aber Zderengarius antwortet:luttisl'imo icl cznnlem; «zum Humbvrtus iuietor l°eiipti erronvifuitz vAo in corllo orrori nori acltenll. klitnu «julllom-

----(°") t'ulil'crlpt'i, veruin vt clo conl'Liij'll ^ronuncimom

meo, nvmo oxegit. ?i»ntun» timore prNl'entis ^jam mortisscriptum illuä, alisyuo vlla eool'cilZlltia mva ^jam tactum, mani-

(°) II. Ldit. 0ac/t. I>. 233.

(°°) Hier fehle» einige Worte, die ich nicht heraus bringe» können. Den»die Stelle ist von der ersten Seite des Manuskripts, die mehr als andere ge-litten. l Diese Lücke habe ich zu ergänzen, und dadurch die ganze Stelle zuberichtigen, das Glück gehabt. Die herausgebrachten Worte der beynahe völ-lig verwischte» ersten Seite der Handschrift, geben einen Sin», der dem ge-rade entgegen ist, worauf Leßing, durch das falsch gelesene: m»»u xu-Äe»»lublurioti I1< verfallen war. Die Stelle lautet »ach der richtige»

Ergänzung so: lUitnn, ^uo«? ?ne»c?actte?' «c? ^ic^ue»!^ no« tuliteripli;nnul te «viisentu »r«nu»ciilrem iu«o, nvmo LXkAit- Bcrcugaritts hatte

also seine Unterschrift nicht widerrufe», oder abgeleugnet; er hatte die Schriftdes Hunibcrtus gar nicht unterschriebe»." >Z.'. A- Schmidt