434 Amnischle Schriften, erster Theil.
bar, und habe immer dieses für die einzige Ursache gehalten,weil eine so große Menge bloß allgemeiner Begriffe, die untersich keine Verbindung haben, in so kurzer Zeit ans einanderfolgen: die Einbildung möchte jeden gern, in eben der Geschwin-digkeit, in ein individuelles Bild verwandeln, und erliegt end-lich unter der »ergebnen Bemühung.
Hingegen ist das Moralisiren gerade zu, des MartialsSacht gar nicht. Ob schon die meisten seiner Gegenstände sitt-liche Gegenstände sind: so wüßte ich doch von allen lateinischenDichtern keinen, aus dem sich wenigere Sittcnsprüchc wörtlichausziehen ließen, als aus ihm. Er hat nur wenig Sinnge-dichte von der Art, wie das angeführte an den Dccianus,welche sich mit einer allgemeinen Moral schlössen: seine Moralist ganz in Handlung verwebt, und er moralisiret mehr durchBeyspiele, als durch Worte. Vollends von der Art, wie dasdreyzchnte seines zwölften Buchs ist,
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tüenii«. .-Xiicle, Ilici'i «Uvites iialient iram.
0<l!llo cju.im clonal^o viliiis eonttat.welches nichts als chic feine Bemerkung enthält, mit gänzlicherVcrschweigung des Vorfalls, von dem er sie abgezogen, oderder sich daraus erklären lassen: von dieser Art, sage ich, wüßteich außer dem gegenwärtigen, nicht noch drey bey ihm aufzufinden.Und auch bey den wenigen scheinet eS, daß er den veranlassen-den Vorfall mehr aus gewissen Bcdcnklichkcitcn mit Fleiß ver-schweigen wollen, als daß er gar keinen dabey im Sinne gehabt.Auktns mochte den Reichen wohl kennen, der so listig eine Ur-sache vom Zaune gebrochen, sich über ihn, oder über den Dich-ter zu erzürnen, um sich irgend ein kleines Geschenk zu ersparen,das er ihnen sonst machen müssen. Wenigstens hat XNarrialdergleichen bloße sittliche Bemerkungen doch immer an eine ge-wisse Person gerichtet, welche anscheinende Kleinigkeit K.ogauund IVernike nicht hätten übersehen oder vcrnachläßigcn sollen.Denn es ist gewiß, daß sie die Rede um ein großes mehr be-lebet; und wenn wir schon die angeredete Person, und dieUrsache, warum nur diese, und keine andere angeredet worden,weder kennen noch wissen: so setzt uns doch die bloße Anrede