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8 (1839)
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468
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Vermischte Schriften, Erster Theil.

Und da läge sie min ans einmal, meine einzige Stütze, wenndiese Lesart ihre Richtigkeit hätte; und ich könnte mein Rathen nur wieder von vorne anfangen! Doch lieber will ich einen an-dern sein Gluck versuchen lassen; und nur noch anmerken, daßbesagtes Manuskript, auch sonst einiges nicht völlig so lesen läßt,als Skaligcr gelesen hatte. Zn der vierten Zeile,

<^>iihu<z nolat eui'lum ^loeleieuotis iter,welche beym Skaligcr keinen Verstand hat, stehet anstatt cur-lum, und so scheinet doch cinigcrmaaßen ein Verstand

von weitem herleuchten zu wollen. Doch diese bessere Lesartgiebt mich schon Fabricius (°); ohne zu sagen, woher. Dennaus dem Pignorius, den er zwar anführt, hat er sie nicht;als welcher überhaupt nur die Anfangsworte und die dritte Zeilevon dem ganzen Epigramme hinzusetzen für nöthig erachtete.Vielleicht also, daß Fabricius die alte Ausgabe selbst vor sichgehabt, auf die sich Pignorius bezicht; wonach aber die Znter-punktation der dritten Zeile, welche dieser doch auch daher ge-nommen zu haben scheinen will, ihm nur allein zugehörcn würde.Denn Fabricius liefet die dritte Zeile vollkommen wie Skaliger,und wie ich sie auch in dem wolfenbüttclschcn Manuskripte finde. Endlich hat dieses auch noch in der fünften Zeile, anstattrvvocste, eeisöiate,- und in der sechsten, anstatt cl-mls, ca«/a.Wenn denn nur aber in den Zeilen selbst das geringste dadurchmehr aufgekläret würde! Denn ich bekenne, daß das letzte Di-stichon mir völlig unverständlich ist. Pignorius glaubte darauserrathen zn können, daß Catull vielleicht in einer Scheuer wie-dergefunden worden: denn er ward einen Scheffel (lud moäio)gewahr; und wo sind die Scheffel anders, als in denScheuern? Wem das begnügt, dem begnüge es: ich habe nichtsbesseres zn sagen.

C) oibliolli, >!,!. 'j', I, p. 53,