Druckschrift 
8 (1839)
Entstehung
Seite
469
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Marti.,l.

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M a r t i a l.(1)

Es hat unzählige Dichter vor dem Martial, bey den Grie-che» sowohl als bey den Römer», gegeben, welche Epigramme»gemacht: aber eine» Epigrammatiste» hat es vor ihm nicht ge-geben. Ich will sagen; daß er der erste ist, welcher das Epi-gramm als eine eigene Gattung bearbeitet, und dieser eigene»Gattung sich ganz gewidmet hat.

Bor ihm lag das Epigramm unabgcsondert unter demSchwalle aller kleinen Gedichte, die von zu unendlicher Verschie-denheit sind, als daß man sie noch alle hätte klassificiren kön-nen, oder wollen. Der Name selbst ward auch allen kleinen Ge-dichten ohne Unterscheid beygelegt; Lplzi-ammst», IchIIia, LoloNse,waren völlig gleichgültige Benennungen; und noch der jüngerePlinius stellte es frey, welche von diesen Benennungen manseinen poetischen Kleinigkeiten beylegen wolle, die er bloß nachdeni allen gemeinschaftliche» Sylbcnmaaße überschrieben hatte. (*)

Martial, wie gesagt, war der erste, der sich eine deutliche,feste Zdce von dem Epigramme machte, und dieser Idee bestän-dig treu blieb. So verschieden seine Sinngedichte auch immerin Ansehung der Einfälle seyn mögen: so vollkommen ähnlichsind sie einander doch alle in Ansehung ihrer innern Einrichtung.Das schlechteste und das beste, das größte und das kleinste, habenohne Ausnahme das Merkmahl, woran ihre Berwandlschast undBclangung zu der nehmlichen Klasse auch ein Leser empfindet,der nichts weniger als Kunstlichter ist.

Und so wie dem Martial der Ruhm des ersten Epigram-matistcn, der Zeit nach, gehöret: so ist er auch, noch bis ietzt,der erste, dem Werthe nach, geblieben. Nur wenige haben so "viele Sinngedichte gemacht, als er: und niemand unter so vie-len so viel gute; und so viel ganz vortreffliche. Wer ihm, ausalle» Zcite» und Völkern, noch am nächsten kömmt, ist unserwernike- Beyder Reichthum ist fast gleich groß: »ur daß

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