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8 (1839)
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Vermischte Schriften. Erster Theil.

DichtcrS, scinc Gedichte. Nur was vvn diesen zu sage« ist,das allein kann noch jetzt einen wahren Nutzen haben: und die»richtigsten Nachrichten von einem alten Verfasser sind nur inso weit wichtig, als sie seinen Werken zur Erläuterung die-nen können.

Was und wie viel uns von dem Martial übrig ist, braucheich nicht zu sagen. Wenn einiges, was seinen Namen ictztführet, nicht von ihm seyn sollte: so vermissen wir dagegen viel-leicht manches andere, das wirklich von ihm war. Ich versteheunter diesem vornehmlich eine Sammlung jugendlicher Gedichte,an deren ehemaliger Existenz ich nicht sehe, warum Nik. An-tonio (°) zweifeln wollen. Er gedenkt ihrer doch so ausdrück-lich in dem hundert und vierzehnten Epigramme des ersten Buchs,l^uscouucjuo lull jiiveni8 et puor liuomlam,

/^)ina«sjiio noklras, l^uas nee i^ke jain novi,

IVIal« collociu'o li Iionns voles Iioi»8,

I?t invülolils olio tuo, loetor:

^ Vnlei'Iimo ?ollic> pole? <)uilleto,

I^or r^iivm ^iei!r<z non lieet me!8 nu^Is.Hiermit können auf keine Weise die noch vorhandenen Epigramme,oder irgend ein einzelnes Buch derselben, gemcynt seyn. Dennob der Dichter auch schon von diesen, an mehr als einem Orte,eine sehr bescheidene Meynung äußert: so konnte er sie doch soweit nicht herunter setzen, noch weniger das für unreife Früchteseiner poetischen Kindheit erklären, womit wir ihn in älternJahren so ernstlich beschäftiget finden.

Der Gninkms Pollius valcrianus, von dem Martial sagt,daß er den gänzlichen Untergang dieser verworfnen Kleinigkeitennoch verhindere, war also derjenige, welcher sie zum Verkaufabschrieb, oder für seine Rechnung abschreiben ließ: ihr Verleger,mit einem Worte. Und auch hieraus ist es schon klar, daßvon den Epigrammen nicht die Rede seyn kann; denn der Buch-händler, welcher diese verkaufte, hieß Atrekms.

Warum ich aber der Verlornen Zugendgcdichtc unsers Mar-tialS so gcflisscndlich hier gedenke, ist eigentlich dieses die Ursache:weil ich einen Einfall über sie habe, von dem mich wundert,

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