Martial.
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Oder wenn er die Ursache angiebt, warum er die Thelcsinanicht hcyrathe, »nd warum er sie dennoch wohl hcyralhcnmöchte? (*)
Ilxorvm nola ^Iielellnam äucero: «^uaie?Uoeelia ett — — — — — —
Wollen sie wohl sagen, daß man die Zeiten unterscheiden müsse,und daß Martial damals wohl könne Wittwer gewesen seyn?Oder wollen sie lieber sagen, daß hier Martial in eines andernNamen spreche? — Wenn aber hier, warum nicht auch dort?Und wenn wenigstens eines von beiden, hier oder dort: warumnicht überhaupt an mchrcrn Orten? — Und das war es nur,worauf ich sie bringen wollte.
Ob nun aber auch gleich sonach weder für, noch wider dieFrau des Martials aus den angeführten Epigrammen etwaszu schließen: so ist es doch wahrscheinlicher, daß er zu Nomkeine gehabt, sondern, daß er sich erst in Spanien vcrhcyrathct,als ihn Verdruß und Mangel in seinem Alter wieder dahinzurück brachten. Hier erst fand er eine liebenswürdige Person,die es sich gefallen ließ, noch so spät sein Glück zn machen.Dieser erwähnt er daher auch erst in dem zwölften Bnche, wel-ches er in Spanien schrieb; und erwähnt ihrer da namentlich,und erwähnt ihrer mit so individuellen Umständen, daß manwohl sieht, da allein sey es ihm Ernst gewesen, von seinerwirklichen Frau zu sprechen. (^) Er sagt von ihr unter andernauch, daß sie nie in Rom gewesen: und also halte er sie auchnicht in Rom; anzunehmen aber, daß er dcmohngcachtct mitihr schon verhcyralhct gewesen, und die ganzen vier und drey-ßig Zahrc, die er dort zubrachte, sie in Spanien allein sitzenlassen, das hieße ja wohl etwas sehr unwahrscheinliches anneh-men, um etwas sehr wahrscheinliches zu leugnen.
(4.)
In eine ähnliche Untersuchung anderer LcbcnSnmständc desDichters, will ich mich nicht einlassen. Zch möchte nach demMasson, dessen Schrift mir eben nicht bey der Hand ist, wenigNeues vorzubringen haben. Dazu sind das wahre Leben eines
(°) l.ili. II. epiA. 49. (") I.il>. XII. ep. 21. II.
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