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Reichsgold : Studien über Währung und Wechsel / von Ludwig Bamberger
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ist dieser Satz anwendbar auf das Verhältniß, welches einer-seits zwischen unsern alten Silbermünzen uud unsern ncnenGoldmünzen und andererseits zwischen crstcrn nnd den fran-zösischen Goldmünzen besteht. Der deutsche Gesetzgeber hat

aus Gründen, die hier keinen Platz finden, die aber inder öffentlichen Berathung sehr wohl erwogen worden sind

für diese Gcgcnscitigkcitsvcrhältnissc keine Neuerung ge-schaffen, und dieselben Preisverändcrungen, welche uuserucucö Gold hinaustricbcn, müßten auch das französische, jasogar mit verstärkter Gewalt, hinaustreiben.

Hiermit haben wir denn alle Voraussetzungen untersucht,auf denen die Möglichkeit uud Nothwendigkeit der seit andert-halb Jahren aus Deutschland nach außen hin erfolgtenGoldbewegung bernhte, uud sind zu dem Ergebnisse gekommen,daß keine einzige derselben eine Consequenz der neuen Münz-ordnuug gewesen ist. (Den Einwnrf, daß letztere die maß-gebende Ursache der Silbercntwcrthnng überhaupt gewesen,widerlegen wir später. Vgl. Nummer 18.) -

Wir haben gesehen, daß, wenn Goldmünzen vorhandensein müssen, um Goldmünzen auszuführen, Deutschland auchohne seine Neuerung deren einen stattlichen Vorrath besessenhätte. Wir habeu gesehen, daß, unabhängig von dieserNeuerung, Deutschland sich in die Lage gebracht hatte, Baar-

Particn der abgenützten, das sich bei der amtlichen Einziehung auf6,006 fein stellte, steigert das Verhältniß noch nicht auf ganz 15^.Selbst bei dem hohen Curs von 58°/« für die Unze Silber, den wirseit Mitte 1874 nicht mehr'gesehen haben und der das Verhältniß vonGold zu Silber erst auf 1 zu 16°/z2 herunterbringt, würden Fried-richsdor, zum Durchschnittsgehalt der ciugezogeucu berechnet, noch5 Proccnt besser nach London rendiren als Silberthalcr.