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Reichsgold : Studien über Währung und Wechsel / von Ludwig Bamberger
Entstehung
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Zahlungen in Edelmetall ans Anstand zu machen, undendlich, daß in dem Gewichts- nnd Feinheitsgehalt der frühercursircndcn Goldmünzen vor deren Umprägung zu Zwanzig-markstückcn derselbe innere Antrieb zum Export mit Aus-schluß der Silbcrmünzcn lag wie nach dieser Umprägung.

Und so wäre alles Geschrei, welches die Luft mit derKlage erfüllte, als ob die Gesetzgebung des Deutschen Reichesdie Ursache der seit anderthalb Jahren vorgekommenen Gold-ausfuhr wäre, in sein Nichts zurückgewiesen.

Einen Punkt haben wir dabei nicht berührt, weil er sowesenlos fern zur Sache steht, daß das Hineinziehen dessel-ben die Auseinandersetzung nur hätte beeinirächtigcn undverwirren können. Da jedoch Unklarheit oder absichtlicheEntstellung meistens beide Elemente uutcr sich vcrschwi-stert auch ihn als Einwand vorführen, so müssen wirihm ans Vorsicht an dieser Stelle ein wenig Aufmerksamkeitzuwenden. Nicht selten taucht nämlich der Satz auf: es seinicht zum Vcrwuuderu, daß das Gold mit Ausschluß desSilbers vou dauncu gehe, weil nach unserm Gesetz von1873 dem Silber im Verhältnisse znm Golde uoch mehr alsehedem ein unverdient hoher Werth beigelegt sei. Nnn istallerdings so viel wahr an der Sache, daß besagtes Gesetzdem neuen in Mark auszuprägenden Silber ein stärkeresWcrthvcrhältniß zum Golde zu Grunde gelegt hat, alsdasjenige ist, welches sowol zwischen den allen Gold- undden alten Silbcrmünzcn wic auch zwischen den neuen Gold-und dcu alten Silbcrmünzen zum Ausdruck kommt.

Ehedem machten wir aus 1 Pfund fein Silber 30 Tha-ler, also 90 Mark, und aus 1 Pfund fein Gold machen wirheute 1395 Mark. Das erzeugt eben zwischen altem Silber

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