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Reichsgold : Studien über Währung und Wechsel / von Ludwig Bamberger
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und neuem Golde das Verhältniß von 90 zn 1395 oder 1zu 15V2- Statt dessen haben wir. jetzt das Verhältniß von100 zu 1395, denn wir prägen von dem neuen Silbcrgcldcaus 1 Psund Silber 100 Mark, sodaß nach unserm neuernMünzfiche 1 Pfund Gold seinen gleichen Ausdruck in13,95, sagen wir rnud in 14 Pfund Silber findet, währendnach dem ältern Fuße 15Vs Pfund dazu gehörten. Es istganz richtig, daß der Wcrthabstand zwischen Gold und Sil-ber so von: Gesetz enger zusammengezogen wordeu ist, währendihn der GanZ der Wcltgcschäftc thatsächlich weiter ausein-andergerückt hat. Im Jahre 1871 war das lebendige Ge-genscitigkeitsverhältniß noch wie 1 zu I0V2, seitdem ist eshinaufgegangen zeitweise bis ans 1 zu 17; das ucuc deutscheMünzgesctz hat es aber fixirt aus 1 zu 14, d. h. um 10 Pro-cent dem Silber günstiger als früher. So wahr dies istund der deutsche Münzgesctzgcbcr hatte eben seinen gutenGrnnd dafür, weil er das Silber überhaupt als Geld ab-schaffen uud nur als Scheidemünze beibehalten wollte sokann der ganze Umstand noch weniger als alle früher er-wähnten hier angerufen werden, um daraus die Erscheinungzu erklären, daß Gold sich besser zur Ausfuhr eignete alsSilber. Deun es gcuügt, daran zu erinnern, daß von demauf dem alten Fuße stärkern Gewichts (im Gewicht nämlich,nicht im Feingehalt, wie man oft sagen hört, liegt der Un-terschied zwischen unserer alten und unserer neuen Silbcr-münze) geprägten Silber wenigstens noch sechsmal soviel imUmlauf war und bis heute in? Umlauf ist, als von demnenen leichtern. Läge mithin in dem alten Verhältnisse von15'/-z zu 1 ein Grund, nicht Gold-, sondern Silbermünzenauszuführen, so hätte man das Bedürfniß nach Ausfuhr