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Reichsgold : Studien über Währung und Wechsel / von Ludwig Bamberger
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reichlich mit alten befriedigen können. Man begreift aberandererseits ohne Mühe, daß, wenn die Preisstcllnng aufdem Weltmarkte sich von 1 zn 15'/s auf 1 zn 17 verrückthat, d. h. um 10 Procent Abstand gegen das frühere nor-male Verhältniß, man begreift, daß es für die Verwendungder nicht mehr Gewinn gebenden Waare ganz gleichgültigist, ob sie einen Verlust von 10 oder von 20 Proccnt ergibt.Der Kaufmaun wird ebenso wenig versucht sein, eine Waaremit 10 wie mit 20 oder 30 Procent Schaden umzuschlagen,und es war für den vorliegenden Fall daher völlig gleich-gültig, ob neben dem Golde nnr Silber alten Schlages oder nurSilber neuen Schlages oder beider Art nebeneinander cxistirtc.

So greifen ringönm von allen Seiten die Thatsachenineinander znm nndnrchbrcchbareu Beweise, daß von allenzu einer Goldausfuhr erforderlichen Vorbedingungen nichteine aus der neuen deutschen Münzvcrfassung entsprungen;daß sie, sobald nur der Zug der Geschäfte auf ciueu'Geldcxport hinführte, unter der alten Verfassung geradeso eingetreten wären wie unter der ncueu, erst bruchstück-weise ius Leben getretenen. Die bestimmenden Ursachen derbeklagten Erscheinung, selbst wenn sie verdiente, beklagt zn wer-den, hätten wir . also gar nicht in unserer Rcichsgcsctzgcbung,sondern anderwärts zu suchen.

Der Beweis läßt sich aber noch anschaulicher durch denHinweis auf Frankreich führen. Wie, wenn das Nachbar-land, mit dessen Geschäftslage wir heute die unscrigc so oftzu unserer Beschämung vergleichen hören, in diesem Momentunter ganz derselben Münzvcrfassung stände wie wir? AusDeutschland ging das Gold nach Frankreich. Deutschland ward deshalb beklagt, Frankreich gepriesen. Deutschlands