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Reichsgold : Studien über Währung und Wechsel / von Ludwig Bamberger
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und ganzen wagt niemand offen entgegenzutreten, und jederVersuch der Art würde als baarcr Wnhusirm verlacht werden.

Wer aber ciucn Welthandel will, der mnß anch einWeltgeld wollen. Wer will, daß der Kaufmann in allenWcltthcilcu soll kaufen, der muß wollen, daß er auch überallsoll zahlen können. Die nothwendige Schlußfolgc ist die,daß er sein Land mit einem Gelde muß versehen wollen,das überall am leichtesten zu brauchen ist.

Welcher Art muß aber ein solches Geld sein? Offenbarder Art, daß es am leichtesten abfließt. Nur diejenige Münze,die mit dem geringsten Opfer überall dahin versandt wer-den kann, wo etwas zu holen ist, entspricht dem Bedürf-niß des dehnbarsten und bequemsten Weltverkehrs. Alsodie beweglichste Münze zn haben, ist das Ideal des gedeih-lichen Industrie- und HandclSstaatcs, die beweglichste, d. h.die auswärts gerade so hoch geschätzt wird wie zu Hause;und welche andere Gruudbcschaffcnhcit könnte ihr diese Artvon Beweglichkeit geben, als daß sie die beste, die beliebteste,die kostbarste in der Welt ist? In der That, eine brauchbare,eine gute, ciuc bewegliche, ciue dies- wie jenseit der Grenzebeliebte Müuzc habeu wollen was alles dasselbe istund eine, die nicht bei gewissen Schwankungen außer Landesgeht: das heißt nichts anderes als ein Feuer haben wollen,das nicht brennt, und einen Fluß, der nicht fließt.

Aber so wunderlich verwirrt sind die Gedanken derMenschen noch über diese Dinge, daß dieselben Leute, welchezur Zeit der Bcrathschlaguug über uuscr Müuzgcsctz begei-stert für das System ciuer Wcltmüuzc eintraten, oder welcheverlangten, daß wir uns dem französischen Systeme als demweitest verbreiteten anschließen, daß dieselben Leute schwer

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