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Reichsgold : Studien über Währung und Wechsel / von Ludwig Bamberger
Entstehung
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Prägung von Scheidemünze (2 Franken, 1 Frank und V2 Frank)in uutcrwcrthigcm Silber verfügt, d. h. mit einem Zusatzvon mehr als in Kupfer (^^oon). Da im Klcinvcrkchrdiese Scheidemünze als gleichwerthiger Bruchtheil der voll-haltigen Courantmüuze umläuft, der prägende Staat alsoden ganzen Unterschied des Kupferzusatzcs als Gewinn ein-steckt, so mußte auch vertragsmäßig festgestellt werden, wieviel solcher Scheidemünzen ein jeder der contrahirendcnStaaten auszubringen ermächtigt sei. Dagegen mußte manandererseits den so ausgebrachten Scheidemünzen auch gegen-seitigen Zutritt gewähren. Und die Folge ist, daß die zumVortheil der italienischen Finanzen ausgeprägten Scheide-münzen heute das Umlaussgebiet von Frankreich, Belgien und der Schweiz ausfüllen. Die unterwcrthigen Franken-und Zweifrankenstücke verlassen mit dem Jnstinct der imHerbst südwärts fliegenden Zugvögel das Gebiet, wo sieBrnchtheile werthlosen Papiers sind, um die glücklichen Ge-filde auszusuchen, in denen sie die Brnchtheile, die Repräsen-tanten, die Mitbürger sei es höher stehenden Papiers wie inFrankreich, sei es vollwertigen Metalls wie in der Schweiz und Belgicu sind. Gerade so ging es ja, ob erwähnter-maßen, mit deu österreichischen Guldeu, die nach Deutschland wanderten, und wie es jetzt mit den österreichischen Andert-halbguldcnstückcn gekommen, daß wir sie, um weder demEinzelnen gegenüber ein Unrecht zn begehen, noch auf halbemWege stehen zu bleiben, mit unserm neuen, höherwerthigcnGelde werden einlösen, cinschmclzen und mit Schaden werdenverkaufen müssen, gerade so wird es einst den besser situirtenunter den Staaten der Lateinischen Münzconvcntion mitden fremden Courantsilberslückcn gehen, welche dieses Vcr-