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Begriffen der an sich stoffloscn Maßstäbe leben, daß siebeim Gelde nur an die Forin, nicht an das Object denken.Wäre das Geld nur ein Meßinstrument, nur ein Mcßiuittclwie der Meter und das Kilo, wäre das Geld wie diese nureine Form, welche an einen Stoff angelegt wird, so könnteman mit Hülfe der für die ganze Welt gleichbedeutenden,weil nur im Verstände vorhandenen Zahlen auch ein unab-änderliches Weltgeld einsetzen. Da aber mit dem Zahlcn-auSdruck ciu Stoff zusammenfallen muß, für welchendieser Zahlcnausdruck den trügerischen Schein unterzuschiebennur gar zu sehr geneigt ist, so befinden wir uns eben hieran der Grenze der Unisication, solange die Welt nicht inein gemeinsames StaatSwesen mit gemeinsamer Leitungund gemeinsamem Schicksal zusammcngeschmolzeu ist. WelcheIronie läge beispielsweise in einer identischen gemeinsamenMünze, welche zu Paris mit der Naudschrift „Disu pi otegs!a Kranes" geprägt würde, d. h. Gott wird uus schon Metzund Straßburg zurückverschaffcn, und zu Berlin mit derRandschrift „Gott mit uns", d. h. Gott wird uns helfen,cucrc Absichten zu Schaudcn zu machen. Für die Wcltmünzeist nicht eher der Moment gekommen, als bis auch die Naud-schrift lauten kann: „Gott beschützt die Welt." Wann dassein wird, mögen die Friedenöcongrcsse bestimmen.
Wie weit denn hätten wir es gebracht, wenn nunDeutschland , die Rücksichten anderer Art beiseitesctzcnd undalles der Uebereinstimmung mit den Ländern der sogenanntenLateinischen Union opfernd, seine Münzen in Franken undCents eingetheilt hätte? Wäre heute der deutsche Frank mit>dem französischen, dieser mit dem italienischen oder letztererwieder mit dem erstern gleichbedeutend? Wir brauchen ja