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selben zur Münze des Auslandes, vorausgesetzt, daß beidesich desselben Metalls bedienen. Was ist nun der Wechsel?Er ist das Instrument, mittels dessen Zahlung von einemLande zum andern bewerkstelligt wird. Wenn ich einenWechsel von 300 Franken brauche, um ein Faß Wein, dasich von Bordeaux kommen lasse, zn bezahlen, so beansprucheich damit einen doppelten Dienst, den, daß das Geld vonDeutschland nach Bordeaux komme, und den, daß meindeutsches, z. B. in Berlin befindliches Geld, wenn es inBordeaux ankommt, in Franken verwandelt sei. Für dieseDoppclopcration gibt es zwei Arten der Ausführung, eiue,die sich einzig auf dem Wege der rechnungsmäßige» Aus-gleichung durch einen bloßen Gedankenaustausch vollzieht, undeine andere, in der beide Elemente des Umsatzes stofflichdurchgeführt werden, sowol der Transport als die Umformungdes Geldes. Bekanntlich ist die erstere, die blos auf demPapier vorgehende, die weitaus am meisten zur Anwendungkommende, obwol die letztere die eigentlich grundlegende ist.Der Ausgleich auf dem Papier oder vielmehr vermittelsdesselben, d. h. durch Wcchsclopcratiou, ist nur das Erzeng-uiß, sozusagen die Blüte der materiellen mit Müuzcu bewerk-stelligten Ausgleichung. Wir wollen dies am lebendigenVorgänge verfolgen.
Wenn ich ein Faß Wein in Bordeaux mit 300 Fraukcnzu zahlen habe, dagegen der Bordelcscr für schlcsischcs Zinketwa 240 Mark nach Berlin schuldet, so findet die wechsel-seitige Schuld auf dem Wege der Bankgeschäfte ihre Auö-gleichuug. So einfach, wie sie hier geschildert, wickelt sichdie Sache in der Wirklichkeit allerdings nicht ab. Wederdie Beträge noch die Wege begegnen sich so geradlinig. Der