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Reichsgold : Studien über Währung und Wechsel / von Ludwig Bamberger
Entstehung
Seite
69
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ihrer Ab- und Zunahme empfindlich sind (man vergleichedie diesem Gange genau entsprechenden Schwankungen desWechselthermometcrs), ist breiter Spielraum für die Vor-thcilzichung schon an sich ausgeschlossen. Will man außer-dem in Erwäguug zichcu, daß in diesen sich um die metal-lische Quintessenz des Geldes drehenden Trausactioueuebendeshalb jedes Element fictiver Natur grundsätzlich aus-geschlossen ist, so wird man unschwer begreifen, wie plumpdie Vorstellung ist, welche sich den Umschlag der Edel-metalle als eine Art Börscngcschäft denkt. Unwissenheitund Lüsternheit gerathen sofort in höchste Erregung, sowiedas WörtlcinGold" in ihrem Gesichtskreise auftaucht, ge-rade so wie sie sich auch etwa vorstelle», daß nach Goldoder Silber graben unendlich mehr Gewinn bringt, alsnach Blei oder Kohlcu graben.

Für die internationalen Bedürfnisse des Laien, welcherin mancherlei Fragen und Lagen des Lebens die Münzenzweier Länder miteinander zu praktischen Zwecken zu ver-gleichen hat, soll übrigens die Münzgcsetzgcbung nicht gleich-gültig sein. Nachdem sie ihrer ersten Pflicht Genüge gelei-stet, dem großen Verkehr seine wahren Bürgschaften zu ver-schaffen, d. h. Müuzsystcme einerseits mit wohlverwahrterSelbständigkeit, und andererseits mit universeller Geltungs-kraft, darf uud soll sie auch der zahlreichen Individuen ge-denken, welche auf Reisen oder bei Geschäften Veranlassungfinden, die Kenntniß der Müuzvcrschicdcuheit zu berücksich-tigen und zn verwerthen. Die Gesetzgeber des DeutschenReiches habcu diesen Gesichtspunkt nicht mit Geringschätzungbehandelt. Sie haben ihm mit die erste Stelle in ihrenErwägungen eingeräumt, als es sich darum handelte, eine