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zangspunkt der deutschen Münzreform bildete aber gerade5er Grundsatz, daß es vom Uebel sei, unter einer und der-selbe» Bcgriffsbczcichnung zwei verschiedene Sachen zu ver-stehen. Wie durchaus falsch wäre es nun gewesen, in demAugenblicke, da man diesem Fehler im eigenen Lande ansdem Wege gehen wollte, ihm dadurch doch wieder in denNachen zu laufeu, daß man die gleiche Bcgriffsbczcichnnngmit dem Doppclsinne der Nachbarländer annahm. DieserGrund allein mußte ausreichen, um das Frankensystem un-möglich zu machen, obwol er — wie das zuweilen geht —sonderbarerweise weder in den Motiven des Gcsctzvorschlagsnoch in den parlamentarischen Verhandlungen zu fiudcn ist.-")Auf diese Weise hätte der Sovereign sicher noch den Vor-zug vor dem Franken verdient. Nun aber war sowol demFranken als dem Sovereign ein drittes System gegenüber-gestellt, eins nämlich, welches den Grundgedanken des La-teinischen Münzvcrbandes in einem höhcrn Sinn realisircnwollte, indem es eine neutrale, neue, gemeinsame Münzein-heit erdachte, die als Compromiß zwischen allen großen Na-tionen angenommen werden sollte. Es war dies die Gold-münze im Betrage von 25 Franken^) rund (zu einem Ge-
Die Sache findet ihre Erklärung darin, daß zur Zcil des er-sten Entwurfs betreffend die Einführung einer ReichSgoldmiinzc dieSrage der einfachen oder Doppelwährung formal noch schwebte, obwolsie doch durch den Gesetzentwurf bereits als entschieden angesehenwerden dnrftc. Im übrigen wenden sich die Motive des Entwurfsmit energischen und zutreffenden Ausführungen gegen den Gedankender internationalen Münze.
5*) Die fixe Idee vom Fünfundzwauzigsraukenstiick verfolgt nochimmer unser Zwanzigmarkstück, svdaß mau iu der Schweiz fortwährendvon deutschen Reisenden klagen Hort, das Zwanzigmartstück erleide