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Reichsgold : Studien über Währung und Wechsel / von Ludwig Bamberger
Entstehung
Seite
91
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Wechsel auf solche Verhältnisse begründet spielen eine großeRolle im Tauschvcrkchrc der Länder. Sie sind kein eigent-licher Waarcnwcchsel, ohne deshalb SpcculationSwcchscl zusein. Ihr DascinSgrund liegt nicht in der Hoffnung aufeinen Umschlag der Wechsclcnrse, sondern in einem Borg-gcschäft. In unserm Fall handelt es sich aber um dieWcchselziehung, begründet auf die Erwartung eines Um-schlags in der Balanz, der Wiederausglcichnng der wagc-rcchten Mitte des Parikurses zwis6)cn den Ländern. Sokamen dem Handel, der für wirklich contrahirtc Waaren-schulden Zahlungsanweisungen ans Frankreich, England oderBelgien braucht, die Bankhäuser entgegen mit dem Ange-bot von fictivcn Forderungen an Frankreich und England .Dem berliner Weinkäufcr trat nicht der danzigcr Gctrcide-vcrkäuser gegenüber, sondern ein Bankier, welcher ihm einenWechsel auf Paris anbot. Um diesen ohne Mitwirkung einesWaarenvcrkäufcrs ziehen zu können, hatte er sich mit dem pa-riser College» verständigt in folgendem Siuu:Mein berlinerClient braucht Franken, nm seinen Wein in Bordeaux zubezahlen. Da er keinen deutschen Verkäufer gefunden hat,welcher ihm seine Forderung ans Franken in Frankreich an-bot zum diesseitigen Tausche von Thalern gegen Thaler"),so mußte er sein Angebot stark über den Paricurs steigern,und da dieser Zustand nicht dauern kaun, so borgen Siemir inzwischen Franken, die ich ihm anweise und die ichIhnen demnächst wiedererstatte, wenn ich, woran nicht zuzweifeln, in Deutschland billigere Anweisungen auf Frankencinthun werde." Wir wollen für den Augenblick dahingestellt

Wir befinden uns in der Zeit vor 1872.