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Reichsgold : Studien über Währung und Wechsel / von Ludwig Bamberger
Entstehung
Seite
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Das höhere Recht der einfachen Währung tritt schonallein aus dieser einzigen Bewandtnis; uns siegreich entgegen.

Wo nur Ein Geld ist, kann ein Aufgeld, eiu Agio uichtcxistiren. Wo ausschließlich Gold oder ausschließlich SilberGeld ist, kaun es sich doch selbst nicht kaufen, cS kann nichtzugleich mehr- und mindcrwerthig sein. Hier hat also krafteingeborener Nothwendigkeit das Geld nur Einen Preis,oder vielmehr es hat keinen Preis. Denn das allein istdas Richtige, das allein entspricht dem Berufe des Geldes.Sowie es einen Preis hat, ist es nicht länger Geld, sonderneine gemeine Waare wie jede andere. Geld sein heißt derletzte, oberste, alleinige Maßstab des Preises sein. Man kannebenso wcuig corrcct ein doppeltes Geld wie eine doppelteGottheit denken. Das allgemeinste Maß der Dinge kannnicht wieder an seinesgleichen gemessen werden, denn entwedersind beide Dinge einander völlig gleich, dann sind sie nichtzweierlei, oder sie sind verschieden, dann ist kcinS vonbeiden der oberste Maßstab. Innerhalb der Grenzen seinesgesetzlichen Gebietes darf die Verschiebung des Wertheszwischen dein Gelde und anderen Dingen nur au letzteren sicht-bar werden. Darin eben muß cS sich von allen übrigenDingen unterscheiden, daß cS, das Geld, das unveränderlichebleibt, wenn auch mir scheinbar, während die Preise derWaaren sich verändern. Das eben stempelt es zum Maßstabe.Mag immerhin die Ursache des veränderten Warenpreises uichtaus einer Wcrthvcrändcrung des Kanfobjcctcs, sondern auseiner Werthverändcrung des gcldbildcndcn Metalls sich hcr-schrcibcn, die Wcrthvcräudcrung muß als WaarcnprciS zumVorschein kommen, nicht als Geldpreis. Dem? Geldpreisist ein Widerspruch iu sich selbst, eine Lonti^äictio in lulMto.