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Die erste Antwort, welche sich dem Nachdenken aus dieseFrage darbietet, ist die: daß alle amtlichen Zahlen, alleBerechnungen der gegenseitigen Waaren- uud Kapitalbewc-gungcn mit Irrthümern durchsetzt sein und ein falsches Bildgeben können. Aber eins kann nicht täusche», uämlich derWechselscurs auss Ausland. Ist er durch hohe Anspannungunbefriedigter Nachfrage gesteigert, so ist vou selbst der Be-weis geliefert, daß die ZahlungSbcdürfnissc sich nicht aus-gleichen, daß ein mehr oder minder großes Residuum vonabzutragenden Schulden ans Ausland übrigbleibt.
Ist dies unter allen Umständen ein berechtigter Rück-schluß? Solange es sich um die Waareubalauz handelt,ohne Zweifel. Der inländische Waa-rcnvcrkänfcr hat einebenso dringendes Bedürfniß, den Erlös seiner nach Außengegangenen Waaren an sich zu ziehen, als der inländischeKäufer, seinen im Auslande geschuldeten Preis zu zahlen.Findet letzterer nur mit Mühe ein Gegenangebot, so kanner sicher sein, daß nicht so viel Waaren verkauft als gekauftwordcu. Aber steht es gerade ebenso mit den Forderungenaus der ZahlnngSbalanz? Ganz gewiß nicht! Das Bedürf-niß des Kapitalisten, die Zinsen oder TilgungSbcträge seinerim Auslande angelegten Gelder bei Verfall hereinzunehmen,ist durchaus uicht so gebieterisch wie das des Waarcnvcr-käufcrs. Er kann es vorziehen, diese Eingänge wieder imAuslande anzulegen. In dem Moment, da er dies thnt,vereinigt er die Wirkuug seines Verfahrens mit dem Ver-fahren derjenigen, welche Waaren einführen. Wir habenbereits oben gezeigt, daß der, welcher einem Fremden Geldvorschießt, zwar aus entferntere Zeit hinaus dcsscu Gläubi-ger, aber für den Moment der Erfüllung des Vorschußcon-