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sind sie ja gerade in der entgegengesetzten Situation. Wasgeht es sie an, daß ihre Schuldner Mühe haben, Zahlungs-mittel aufzutreiben, um sie, die Gläubiger, zu befriedigen?Ist es nicht sehr schön,, wenn das eigene inländische Geldan Werth zunimmt, verglichen zum ausländischen? VorJahr und Tag war ein holländischer Gulden 1 Proccntweniger werth als ein rheinischer, und am Rhein wurdeals schreiender Misbrauch empfunden, daß holländischeGulden sich ins Land einschlichen, die statt der rheinischen inUmlauf kamen. Anfang 1875 dagegen waren solche 99holländische Gulden mehr werth als 100 rheinische, und wernoch welche von damals bewahrt hatte, konnte sie vortheil-haft verkaufen. Und eben während wir klagen, daß unsereThaler und Gulden und Mark im Verhältniß zu den fran-zösischen Franken, englischen Pfunden und holländischenGulden so stark entwerthet worden, klagten die Holländerüber das Gegentheil, uämlich darüber, daß ihr Geld imVergleiche zn dem nnserigen und anderer Länder so vieltheuerer geworden. Wie in aller Welt ist das zu verstehen?Die Denkschriften, welche im Laufe dieses Jahres sowolvon dem Ministerium als von den Handelskammern undden Banken in dein Königreiche der Niederlande ausgegangensind, hclfeu uns der Sache auf den Grund kommen. DieseAuseinandersetzungen stellen sich in ihren Beschwerden bei-nahe ausschließlich auf den Standpunkt desjenigen, der vonHolland aus Waaren ins Ausland verkauft. Und dies istdas Hauptgeschäft der Nation. Oder sie stellen sich auf denStandpunkt desjenigen, der Kapitalrenten vom Auslande zubeziehen hat; auch dieses ist den Holländern vielleicht inhöherm Maße als allen Anderen eigenthümlich. Und indem